Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 2. Die Sektionschefs

367 mit sich gebracht hätte. Als 1864 in der Kabinettskanzlei Aushilfen nötig wurden, befahl Kaiser Franz Joseph, daß Kundrat in diese einrücke. Am 16. Dezember wurde er zur aushilfsweisen Dienstleistung einberufen. Er blieb weiterhin hier und wurde einer ihrer fähigsten Beamten. Am 7. März 1865 wurde er auf eine frei gewordene Kabinettskonzipistenstelle ernannt. Am 8. Juni 1867 rückte er in die sechste Kabinettskonzipisten­stelle mit dem Titel, Rang und Charakter eines Hofsekretärs ein. Am 19. April 1880 ernannte ihn der Kaiser zum Regierungsrat in der VI. Rangsklasse; am gleichen Tage wurde ihm die verantwortungsvolle Füh­rung der Kabinettskasse übertragen. Am 28. November 1880 rückte er auf eine erledigte Kabinettssekretärsstelle ein. Den Titel und Charakter eines Hofrates erhielt Kundrat am 28. Dezember 1893. Die Versetzung des Hof rates Smoluchowski in den Ruhestand brachte Kundrat am 11. April 1890 die Ernennung zum wirklichen Hofrat und Kabinettssekretär I. Klas­se. Zum Sektionschef ernannte ihn Franz Joseph am 23. Oktober 1899. 1901 mußte er wegen erschütterter Gesundheit, insbesonders wegen des Nachlassens seines Gedächtnisses, um die Versetzung in den Ruhestand bitten, die ihm vom Kaiser am 19. September jenes Jahres bewilligt wurde. Seit 18. Jänner 1891 bekleidete Kundrat auch die Würde eines Stellvertreters des Wappenkönigs des Ordens vom Goldenen Vlies. Am 20. Dezember 1890 verlieh ihm der Kaiser den Ritterstand. Erwähnens­wert ist, daß die geologische Reichsanstalt 1888 Kundrat zum Dank für die Vermehrung ihrer Mineraliensammlung zu ihrem korrespondieren­den Mitglied ernannt hat. Der Verein der Naturfreunde in Mödling hat ihn zum Ehrenmitglied gewählt. Am 16. Februar 1908 endete Kundrats Leben in Wien m). Josef (seit 29. 9. 1910) Freiherr von Mardegani. Marde- gani wurde am 13. September 1848 in Pago in Dalmatien geboren. An der Universität Wien studierte er die Rechte und legte an ihr die Staats­prüfungen ab. Diesen Prüfungen gesellte er später die praktische politi­sche Prüfung. Er sprach und schrieb italienisch, serbokroatisch, deutsch und französisch. Am 23. August 1870 trat er als Konzeptsadjunkt bei der Bezirkshauptmannschaft Sinj in den Staatsdienst. Von dort wurde er am 5. Jänner 1871 zur Bezirkshauptmannschaft Zara versetzt, wo er am 30. Juli 1871 zum definitiven Konzeptsadjunkten vorrückte. Am 30. Okto­ber 1872 wurde er zum Bezirkskommissär der niedersten Gehaltskategorie «>') B 65 s vom 16. 6. 1864 Sep. Bill. Prot., Note des Kabinettsdirektors an Finanzminister Plener Direktionsakt 9/1867, ferner Direktionsakten 6, 13/ 1880, 7/1884, 7/1890, 8/1893, 3/1896, 7/1899, 11/1901, 2/1908, Sep. 18/1891 und Auskunft des Finanz- und Hofkammerarchivs ZI. 15.356/1961 auf Grund Fi­nanzministerium ZI. 3164/1861 (hier fehlen leider Gesuch und Kompetenten­tabelle), 965/1862, 3134/, 6208/1864, 11.889/1865, Diensttabelle in Direktionsak­ten, Fasz. 17. Ich danke auch hier der Direktion des obgenannten Archivs für diese Erhebungen.

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