Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 1. Die Leiter der Kabinette und die Kabinettsdirektoren

350 net erschien, entgegentrat und Verteilung der anfallenden Arbeiten durch den Kabinettsdirektor mit Rücksicht auf die Eignung des Einzel­nen forderte. Martin fand sich rasch in seinen Wirkungskreis. Schon an­derthalb Jahre später unterbreitete er dem Kaiser Vorschläge zur Syste- misierung des Personal- und Salarialstatus des Kabinettes und schlug ihm vor, höhere Anforderungen an die Qualifikation der Beamten zu stellen. Er konnte aber den Kaiser in keiner Richtung zur Festlegung einer Norm bewegen 87). 1824 fand Martin in einer Gehaltserhöhung den Dank des Kaisers für seine Tätigkeit88). Bei Antritt seiner Regierung beauf­tragte Kaiser Ferdinand Martin am 4. März 1835 mit der Fortsetzung seiner Tätigkeit 89 *). Bald darauf, am 20. Juli 1835, erhob er ihn in den Freiherrnstand "). Am 11. März 1839 ist Martin in Wien gestorben 91). Josef Paschinger, 1768/69 geboren, trat 1790 oder 1791 als Akzessist der böhmisch-österreichischen Hofkanzlei in den Staatsdienst und stieg bei wechselnder Dienstleistung in jener Kanzlei, dem Directo­rium in Cameralibus, der galizischen Hofkanzlei und schließlich ab 1803 bei der vereinigten Hofkanzlei 1815 oder 1816 bei Verbleib in deren Sta­tus zum Einreichungs-, Expedits- und Registratursdirektor der Grund­steuerregulierungshofkommission auf 92). Am 25. Juli 1821 holte ihn Kai­ser Franz als Registrator in das geheime Kabinett93). Am 1. März 1834 wurde er zum Kabinettssekretär94) und nach dem Tode Martins am 17. März 1839 zum Hofrat und Direktor des geheimen Kabinetts er­nannt 95 *). Am 11. August 1843 ist Paschinger in Schönbrunn, vierund­siebzig Jahre alt, gestorben "). Anton Zebay, geboren 1774 oder 1775, erscheint erstmalig 1807 im Staatsschematismus als Hofkonzipist der Obersten Polizei- und Zen­surshofstelle 97). Am 8. Juli 1814 verlieh ihm Kaiser Franz die im Kabi­nett erledigte erste Offizialsstelle98). Am 17. Juni 1817 erhöhte er sei­nen Gehalt auf 1600 fl. ") und am 21. Juni 1824 bewilligte er ihm eine 87) Vortrag Martins 11. 7. 1823, Direktionsakten, alte Akten, Vortrag des­selben 11. 9. 1823, ebenda. 88) B 565 s vom 21. 4. 1824 an Graf Stadion, Sep. Bill. Prot. 8») B 318 s an Martin, ebenda. ") Frank-Döffering, Altösterr. Adelslexikon S. 190, Nr. 5604. »!) Wiener Zeitung Nr. 62 vom 15. 3. 1839, S. 373. 92) Siehe die Staatsschematismen. 93) B 479 s an Graf Stadion, B 480 s an Graf Trautmannsdorf, B 482 s an Graf Saurau, alle vom obigen Tag, in Sep. Bill. Prot. 94) Intimation des Obersthofmeisteramtes an das Hofzahlamt, OMeA. ZI 678/r 128-5/1834. 95) B 237 s an Fürst Colloredo, Sep. Bill. Prot. 96) OMeA. ZI. 2506/r 37-20/1843. 97) So bis 1814. 98) OKA. ZI. 819/1814. 99) B 472 s Sep. Bill. Prot., OKA. ZI. 1791/r, 361/1817.

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