Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VI. Die Angestellten - 3. Die nationale Zugehörigkeit und die Sprachkenntnisse der Beamten

334 zu seinem Tod am 18. Mai 1901 in der Kanzlei arbeitete 89). Erst einige Jahre später finden wir wieder einen dieser Sprache Kundigen, abermals einen Ungarn, Moriz von Marsovszky vom Marsóf alva und Jablonfalva, der am 10. Mai 1905 seinen Dienst antrat, aber am 27. Mai in das ungarische Ministerium am allerhöchsten Hoflager ge­holt wurde 78). Ersatz wurde gefunden mit Dr. Guido Steer, einbe­rufen am 4. Oktober 1907, aber schon wenige Zeit nachher, am 15. Novem­ber 1911, auf eigenes Ansuchen entlassen81). Ihm folgte am 19. Februar 1913 Dr. Josef von Semsey, der am 14. August des folgenden Jahres wieder enthoben wurde 86), ersetzt am 19. November 1915 aber­mals durch einen Ungarn Dr. Stefan Baron Kray, der bis zur Auflösung diente 89). Der erste der polnischen und ruthenischen Sprache mächtige Beamte war der Deutsche Balthasar Spitko, der 1858 mit Beamten der Ministerkonferenzkanzlei übernommen wurde und bis zu seinem Tod im Jahre 1866 in der Kabinettskanzlei diente 58). Der erste gebürtige Pole — ebenfalls des Ruthenischen mächtig — war der galizi- sche Gubernialbeamte Wilhelm Smoluchowski, der 1861 zum Kabinettskonzipisten ernannt wurde und bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 11. April 1896 tätig war 123 124). Ihm trat am 4. August 1867 der zum Kabinettskonzipisten ernannte Konzeptspraktikant der nieder­österreichischen Statthalterei Johann Sawicki zur Seite m). Neben diesen erscheint, als dieser Sprachen mächtig, der am 10. Oktober 1868 123) * 1830 Gorlice, 27. 9. 1853 als galizischer Gubernialkonzeptspraktikant beeidet, 1861 Kabinettskonzipist, 20. 5. 1878 Kabinettssekretär mit Titel u. Cha­rakter Regierungsrat, 16. 1. 1891 österr. Ritterstand mit Prädikat von Smolan, 11. 4. 1894 Ruhestand, f 24. 9. 1910 Wien. (Direktionsakten, alte Akten, 10/1878, 1/1883, 2/1884, 3/1894, 11/1910, Frank zu Döffering, Adelslexikon, Diensttabelle Direktionsakten, Fasz. 17). 124) * 20. 1. 1834 Babianka in Galizien, jur.-pol. Studien und alle drei Staatsprüfungen, 19. 9. 1860 Konzeptskandidat der niederösterreichischen Statt­halterei, 6. 11. 1860 Konzeptspraktikant, diente teils bei der Statthalterei, teils bei der Bezirkshauptmannschaft Baden, teils (1866—4. 8. 1867) im Hauptquar­tier der Nordarmee, 4. 8. 1867 Kabinettskonzipist mit Titel, Rang u. Charakter Statthaltereisekretär, 22. 4. 1868 Titel u. Rang Hofsekretär, 26. 3. 1872 Charak­ter wirkl. Hofsekretär, 21. 12. 1884 Titel u. Charakter Regierungsrat, 11. 4. 1894 wirkl. Regierungsrat und Kabinettssekretär 2. KL, 18. 3. 1870 Bewilligung, die ihm angetragenej Revision des ruthenischen Teiles des Reichsgesetzblattes zu übernehmen, f 15. 10. 1899. (Direktionsakt 12/1867, 10/1868, 2/1870, 6/1872, 7/1884, 3/1894, 6/1899, Diensttabelle in Direktionsakten, Fasz. 17). 125) * 7. 8. 1850 Laibach, Jusstudium an Universität Graz, dort alle drei Staatsprüfungen 1870—1872, 27. 2. 1874 prakt. pol. Prüfung, 28. 7. 1872 Kon­zeptspraktikant bei der Landesregierung in Laibach, 27. 9. 1872 Konzeptsaspi­rant, 21. 11. 1872 provisorischer Konzeptsadjunkt, 15. 6. 1873 Konzeptsprakti­kant, 9. 11. 1873 der Bezirkshauptmannschaft Gurkfeld zugeteilt, 24. 12. 1873 provisorischer Regierungskonzipist dem Landesschulrat in Laibach zugeteilt, 12. 3. 1874 der Bezirkshauptmannschaft in Planina zugeteilt, 4. 7. 1874 defini-

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