Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)
VI. Die Angestellten - 3. Die nationale Zugehörigkeit und die Sprachkenntnisse der Beamten
330 ben bis zu seiner Pensionierung am 12. April 1901 diente 102). Am 10. Oktober 1868 wurde der auch Italienisch beherrschende Offizial des Ministeriums des Äußeren Alexander Hillenbrand in die Kabinettskanzlei berufen, wo er bis 17. Mai 1883 tätig war 103). Nachdem Rengelrod wegen Abnahme seiner Seh- und Nervenkraft in den Ruhestand getreten war, wurde am 2. Juli 1878 der erste gebürtige Österreicher italienischer Zunge, der Dalmatiner Josef Mardegani, Bezirkskommissär der Statthalterei Zara, in die Kabinettskanzlei aufgenommen, aus der er nach außerordentlich verdienstlicher Tätigkeit als Sektionschef am 29. September 1910 ausschied 104). 1898 wurde seine „vorzügliche Verwendbarkeit speziell bei der Verfassung jener in der Regel sehr heiklen Schriftstücke, in denen die italienische Sprache gebraucht werden muß“, gerühmt105). Am 17. November 1881 war mit Paul Freiherrn von Gussich ein auch Italienisch ausreichend beherrschender Beamter eingetreten, der jedoch am 15. Juli 1886 wieder ausschied 125). Die Beherrschung der itaStatthalterei Prag, seit Nov. 1854 bei Ministerium für Kultus und Unterricht, 1. 5. 1860 Ministerialkonzipist, seit Nov. 1859 Protokollführer der Zentralkommission für Kunst und histor. Denkmale, 19. 6. 1866 Kabinettskonzipist mit Titel, Rang u. Charakter wirkl. Statthaltereisekretär, 22. 4. 1868 Titel u. Charakter wirkl. Hofsekretär, 28. 11. 1880 Titel u. Charakter Regierungsrat, 18. 10. 1883 Ruhestand, f 6. 5. 1901 Wien. (Direktionsakten 6/1866, 10/1868, 13/1880, 4/1883, 6/1901). 102) * i. io. 1834 Grafenegg, jur.-pol. Studien, Gefällsobergerichtsprüfung, als Konzeptspraktikant der niederösterr. Finanzlandesdirektion beeidet 14. 12. 1857, 15. 3. 1864 zur Dienstleistung in das Finanzministerium einberufen, 19. 6. 1866 Kabinettskonzipist mit Titel, Rang u.Charakter wirkl.Statthaltereisekretär, 22. 4. 1868 Titel u. Rang Hofsekretär, 26. 3. 1872 wirkl. Hofsekretär, 14. 10. 1883 Titel u. Charakter Regierungsrat, 24. 5. 1884 Kabinettssekretär u. Regierungsrat, 20. 12. 1890 österr. Ritterstand mit Prädikat von Walburg, 11. 4. 1894 Titel u. Charakter Hofrat, 27. 3. 1896 wirkl. Hofrat ad personam, 12. 1. 1897 V. Rangski., 12. 4. 1901 Ruhestand, 2. 9. 1885 Herold des Ordens der Eisernen Krone, 18. 1. 1904 Greffier dieses Ordens, t 20. 11. 1915. (Direktionsakten 6, 9/1866, 10/1868, 6/1872, 4/1883, 2/1884, 7/1890, 3/1894, 2/1896, 1/1897, Sep. 20/1914, 16/1915). io») S. Anm. 126. i°4) Siehe über ihn Kapitel VII. i°5) Direktionsakt 5/1898. io«) * 13. 1. 1848 Verona, rechts- u. staatswissenschaftl. Studien in Lemberg u. Wien, 28. 6. 1873 Konzeptspraktikant bei Statthalterei Graz, 1. 8. 1874 bei Bezirkshauptmannschaft Leibnitz, prakt. pol. Prüfung 16. u. 21. 2. 1876, 16. 9. 1877 Konzeptspraktikant bei Statthalterei Graz bzw. beim steiermärk. Landesschulrat, 1. 5. 1877 bei Bezirkshauptmannschaft Pettau, resignierte wegen schwerer Krankheit seines Vaters des FMLt. Cornelius Freiherrn von Hahn, 6. 8. 1878 Wiedereintritt in den Staatsdienst als Konzeptspraktikant bei der Postdirektion für Steiermark und Kärnten in Graz, 17. 2. 1880 Postkonzipist, 3. 5. 1883 einberufen in die Postzentralleitung im Handelsministerium, 24. 11. 1883 Kabinettskonzipist, beeidet 29. 11. 1883, 21. 12. 1884 Hofsekretär, t 9- 1L 1898 Wien. Hahn besaß von 1886 bis scheinbar 1893 die Musikalienhandlung Konstantin Tandler in Wien, die er an Stelle eines von ihm gegebenen Darlehens übernehmen mußte. (Direktionsakten 6/1883, 7/1884, 3/1895, 5/1907).