Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VI. Die Angestellten - 3. Die nationale Zugehörigkeit und die Sprachkenntnisse der Beamten

325 Dienst enthoben wurde80). Als Ersatz für Marsovsky wurde erst einige Monate nach seinem am 27. Mai 1907 erfolgten Ausscheiden der bosni­sche Finanzvizesekretär Dr. Guido Steer de Csicsopolyán, ein Bruder des Franz Steer, eingestellt, der wegen seines großen Eifers beliebt und wegen seiner mehrfachen Sprachkenntnisse vielfach verwend­bar war; er schied auf eigenes Ansuchen bereits am 15. November 1911 wieder aus 81). Am 18. Oktober 1910 wurde ein sechster Ungar, der Mini- sterialkonzipist des ungarischen Ministeriums des Inneren Dr. Stefan Uray von Ura einberufen, der bis zum Zusammenbruch diente82). Als am 28. September 1911 Daruváry wegen einer Stirn- und Kieferhöh­lenerkrankung ein sechsmonatiger Urlaub erteilt werden mußte, wurde zur vorübergehenden Übernahme seiner Geschäfte, d. i. des ungarischen Referates83), der Ministerialrat des ungarischen Ministerpräsidiums Dr. Ivan Baron Skerlecz zur vorübergehenden Dienstleistung 80) * 20. 3. 1881 Segesvár, Kurs für Militärverpflegsbeamte, fünf Seme­ster Rechtsstudien, 1. 10. 1900 bis 3. 1. 1903 Militärdienst als Einjährig-Frei­williger und Kadettoffiziersstellvertreter, Diurnist beim gemeinsamen Finanz­ministerium, Abtlg. für Bosnien und Herzegowina, 6. 3. 1906 Kanzlist, 22. 6. 1908 Kabinettsregistratursoffizial, 18. 3. 1911 auf ein Jahr beurlaubt und vom Dienst enthoben, bis 27. 11. 1912 in provisorischer Verwendung beim Generalkonsulat Hamburg, 5. 12. 1912 dauernder Ruhestand. (Direktionsakten 13/1909, 3, 6/1911, 3/1912). 81) * 28. 5. 1879 Kassa in Ungarn, jur. Studien an Budapester Universität, 31. 3. 1901 Dr. Jur. an Universität Koloszvár, vor Eintritt in Staatsdienst Advokaturskandidat, 13. 2. (Dekret 6. 3.) 1903 Finanzkonzeptspraktikant der XI. Dienstklasse der Landesregierung Sarajewo, 4. 1. 1905 X. Diätenkl., 12. 2. 1906 prov. Finanzkonzeptsadjunkt bei der Sarajewoer Kreisbehörde, 31. 3. 1906 Finanzkonzipist, 3. 1. 1907 zur Landesregierung Sarajewo versetzt, 4. 1. 1907 definitiver Finanzkonzipist, 18. 5. 1907 Finanzvizesekretär, 4. 10. 1907 zur probe­weisen Dienstleistung in die Kabinettskanzlei einberufen, 6. 12. 1907 Kabinetts­konzipist und Hofkonzipist 1. KL, 11. 12. 1907 beeidet, 6. 10. 1910 Hofsekretär, 15. 11. 1911 Austritt aus dem Dienst. (Direktionsakten 12/1907, 15/1910, 24/1911, Diensttabelle in Direktionsakten, Fasz. 17). 8ä) * 11. 1. 1881 Budapest, vier Semester Rechtsstudien in Budapest, zwei Trimester an der Pariser Rechtsakademie, drei Semester Rechtsstudien an Universität Koloszvár, dort Doktorat der Staatswissenschaften, 5. 12. 1902 Ho­norarstuhlrichter im Komitat Estergom, 9. 12. 1903 Honoraroberstuhlrichter im selben Komitat, 13. 10. 1904 Stadthauptmannstellvertreter und 30. 5. 1905 Stadt­hauptmann in der Stadt Estergom, 30. 12. 1905 Hilfskonzipist im ungar. Mini­sterium des Inneren zugeteilt dem Obergespan in Estergom, 24. 11. 1906 effekti­ver Hilfskonzipist im ungar. Ministerium des Inneren, 18. 10. 1910 Einberufung in die Kabinettskanzlei, 30. 11. 1910 Ministerialkonzipist, 16. 10. 1911 Kabinetts­konzipist und Hofkonzipist 1. Kl., 24. 1. 1913 Hofsekretär, 12. 3. 1913 Bewilligung zum Eintritt in die Direktion der Innerstädtischen Wasserausbau-A. G., all deren Aktien sich im Eigentum seiner Verwandten, der Familien Uray und Pongrácz, befanden, 3. 6. 1918 Titel u. Charakter Sektionsrat, 1. 12. 1918 zeit­licher Ruhestand. (Direktionsakten 16/1910, 22/1911, 5, 8/1913, 9, 41/1918, Dienst­tabelle in Direktionsakten, Fasz. 17). M) S. hiezu S. 70.

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