Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

IX. Nachträge - 82. Thea Oschinsky (Liverpool): Südtiroler Urkunden im Britischen Museum

Südtiroler Urkunden im Britischen Museum. 541 der hüb, gelegen auf dem Wenant in Unser Frawn mulgray zw Velz Au, awz genumen dez gerichtes und ain fasnacht hűn. Am ersten han ich hin geben und verchaufft, daz mein tail ist awz der hwéb ain ster waicz, zway ster roken, ain ster hirs, ain ster haber, sex chréuczer pfening und am sexten jar ein chicz und alle iar ain gwet hűn und zechen ayer und vyr chreuczer gelcz, von dem garten, der awch gehört hat in di hűeb, di Haincz Zuchfaust alle iar davon zinsen sol, der den garten in hat, und ist der gart gelegen an seinem garten pey seinem haws, da er yezunt gesesen ist, daz hab ich A'ib Schench(enberger) für mich und alle mein erben, wie ez oben geschriben stet, hin geben und verchauffet Eberl dem Schelm- gerger von Velz und Katrein seiner wirtin und allen sein erben oder wem er ez schefft oder geit, nemleichen umb vir und funfczige pfuntt perner gueter und geber Meraner muncz und rufi mich obgenanten Aib Schench(enberger) für mich und für alle mein erben von dem obgenanten Eberl und seiner wirtin und allen sein erben dez obgeschriben gelcz schon und wol gewert und pezalt sein mit gweter volchomner werung zw rechter zeit an allen schaden. Und ob daz wer, daz dem egenanten Eberl oder sein erben an den obgenanten zinsen icht ab ging von welcher lay sách wegen, daz wir di selb über tewer, sol er haben auf dem gwet zw dem Hagen, daz gelegen ist in der pfar zw Velz in der mulgrey Sand Constenczen, daz zw den Zeiten pawt der Martein von Perlecz, waz meines tails awz demselben guet ist; und han im awch verchauft di obgenanten zins auz der hub, was meynez tails ist mit allen rechten und dar zw gehören, wie ez her Werenher von Schench(enberg) in gehabt hat. Und also nym ich obgenanter Aib Schench(enberger) für mich und für alle mein erben und für menichleich mein tail zw dem Pelein auz der hüb und alz daz, alz oben geschriben stet awz mein und aller meiner erben gebalt, nucz und geber und gibs und antburt ez in dez obgenanten Eberleins und seiner wirtin und aller seiner erben gebalt, nucz und gewer, damit sew hin für ewichleich mügén tun und lazen allen yren nucz und frumen und allez daz sy wend, daz in nücz und gwet sey, wenden, cheren, verchauffen, verseczzen, schaffen durch got, durch sei oder leib willen, wem oder wo sew hin wellent von mir und allen mein erben ungengt und ungeirt sein schullen sew und al ir erben. Und darumb verhais ich obgenanter Aib Schench(enberger) für mich und für alle mein erben und für menichleich Eberleins und seiner wirtin und aller seiner erben rechter gweter gewer ze sein, Vertreter und Ver­sprecher an aller der stat, wo ym oder sein erben dez not oder durfft beschicht paidew vor gaistleichem und vor weltleichem rechten nach lancz recht. Und waz schaden sew der gewerschafft nemen, den selben schaden schullen sew haben auf mir und auf allen mein erben und darzw auf aller der hab und gweterm, dew wir yezunt haben oder hinfur ymermer gewinen vor allen lewten und geltern und vor aller menichleich. Und dez gib ich obgenanter Aib Schench(enberger) für mich und alle mein erben Eberl und seiner wirtin und allen sein erben disen offen brieff versigeit mit meynem aygen anhangenten insigel zw einer urchunt der ganczen warhait. Dez sind gezeugen Hans Schenchenberger, Haincz Chesler von Prixen, Nikklew von Parzil, Jörg von Unter Perlecz, Martein von Kanelir und ander erberg lewt vil und ist verschriben do man zalt von Christez gebürt drewzechen hundert jar und dar nach in dem newn und newnczisten jar dez suntagez Remynicere in den vasten. Siegel abgefallen (1 Siegeleinschnitt). 15. 1459 MAI 6, o. O. Andre Krapf von Neustift beurkundet, daß ihm das Domkapitel von Brixen nach dem Tode seiner Mutter Dorothea die Baurechte an einem Weingarten und einem Acker in Kranewitt (nördlich Brixen) gegen Zinszahlung vom halben Wein verliehen und zugleich bestimmt hat: solange die Güter in gutem Stand gehalten werden, ist dem Bebauer gestattet, ein Stück des Weingartens zinsfrei zu nutzen und ebenfalls zinsfrei ein Stück des Ackers mit Wein zu bebauen.

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