Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

VIII. Kunstgeschichte - 79. Walter Luger (Lambach): Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. (Mit 4 Tafeln.)

Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. 507 zu Recuperim 1). Zu mahlen deßwegen den Schweden bereits deßwegen durch ein manifest der krig ankunt worden, haben also Im Römischen Reich den bestendigen Friet zu hoffen dabey der Almechtige unß erhalt nebens mich schonst befehle verbleibe Ewer Hochwurden vnd Gnaden Demidigster Diener J. von Sandrart auf Stockaw Am 19. Juni 1657 schrieb Joachim von Sandrart erneut 2) an Abt Plazidus das Rosenkranzaltarbild betreffend. Er ersuchte darin den Abt um Bekanntgabe einer Anschrift, wohin das Bild gesandt werden soll. Außerdem begründet der Künstler den Preis von 800 Gulden, da das Bild sehr viel Arbeit gegeben hätte. Er selbst könne mit dem Bild nicht mitkommen, hoffe aber, nach Lambach kommen zu können, wenn er die Altarbilder für den Dom in Salzburg liefern werde. Über das Rosenkranzbild besitzt das Klosterarchiv auch eine Beschreibung 3). Sie ist allerdings nicht datiert und nicht unterschrieben. Geschrieben ist sie vom Künstler selbst. Notitia, Inhalt der Newn Inuention deß Rosenkranß Altar Plat. Auf der Érten seint mit grosem verlangen vnd Andacht vmb Hilf bittent, allerley noth leydende betribte vnd Angefoehten Hertzen vnder welcher auch der Papxt vnd Keyser, Kunig indero Ornat. Cardinalen, Bischöfen, Prelaten, ordensleut, samt allerley Stants Personen vnd Nationen auch blide, lame, daube, stume samt betribte Muttem mit kindern deren eins inder Freiß daß ander in ein hitziges Fieber ligent, von ferne die bruderschaft deß Rosenkranß welche von der schonen newn kirchen zu Lambach herab vber die trawner Prucken in voller Prosession zu obgedachte versamblung gehen, außführlich Exprimirt. Santo Domenico wirt auf eine wolcke gegen den Himel aufgehebt vnd bit vmb Hilf der nothleydende auf Érten, derwirt von vnderschitliche Coren Englen begegnet, in mitten welcher aber vnser liebe Frawe in voller gloria gantz anmidig sitzent, dem Sto Domenico den rosenkranß einhendigt andere Englen vnd Cerubine haben Festiner von allerley Blommen zusamen geflochten darinnen die 15 Misterie deß Rosenkranß Einverleibt, welches zusamen in Form einer Schonen trofra von dem Himel herab lassen mit groser Freyt der andechtige obgedachter auf der Érten wartende Personnen angenomen wird. Mit dem folgenden Brief vom 20. August 1657 wurde das Rosenkranzaltarbild geliefert 4). Hochwürdiger Genediger Herr. Hirbey haben dieselben daß Altar Plat von vnser liebe Frawn Rosenkranß wohl Conditionnirt zu Empfangen, verhoffe solle zudero vnd allen andern kunstverstendigen Contento sein. Im vbrigen Referire mich auf meine andere Schreibens vnd dabey auf machung dieses Stücks etwaß Staub daran kommen wehrr solches wirt mit einem feichten Schwam gahr leicht abzunehmen sein In dieses 1) Im schwedisch-dänischen Krieg (1643 bis 1645) war ein für Dänemark ungünstiger Friede geschlossen worden (Friede zu Brömsebro 1645). Dänemark mußte den Schweden die Provinz Jämtland und Herjedalen, ebenso die Inseln Ösel und Gotland abtreten. Diese wollte Dänemark wieder zurückgewinnen. Durch das rasche Vordringen des schwedischen Königs Karl X. (1654 bis 1660) in Polen waren auch in den Nieder­landen Besorgnisse entstanden, da nun nach dem unglücklichen Krieg gegen England auch der Verlust des baltischen Handels zu befürchten war. Im weiteren Kriegsverlauf erhoffte sich Dänemark eine Wieder­gewinnung der verlorenen Gebiete und trat dem Bündnis gegen Karl X. bei. Durch ein überraschendes Vordringen des schwedischen Königs gegen Dänemark und sein plötzliches Erscheinen vor Kopenhagen mußte Dänemark im Frieden von Roeskilde (28. Februar 1658) an Schweden Schonen, Blekingen, Hailand, Behuslän, Drontheim und die Insel Bornholm abtreten. Am 5. Juni 1660 wurde nach einem neuerlichen Krieg im Frieden zu Kopenhagen an Dänemark Drontheim und Bomholm zurückgegeben. Sonst wurde der Roeskilder Friede bestätigt. 2) Original im Lambacher Klosterarchiv. 3) Original im Lambacher Klosterarchiv. 4) Original im Lambacher Klosterarchiv (siehe auch Tafel V).

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