Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

I. Archiv-Wissenschaften - 5. Karl Lechner (Wien): Das Archiv der ehemaligen Propstei Gloggnitz, seine Geschichte und seine Bestände, nebst Regesten

76 Lechner, 188. 1710 X 2. Kauf kontrakt zwischen Abt Wolfgang vom Kloster Formbach als Käufer und Ambros Maximilian Arbesser, Rentmeister der niederösterreichischen Landschaft, als Verkäufer über eine Behausung in dem Dorfe zu „Kaltenberg“ (Kahlenbergerdörfl) mitsamt den daran liegenden Obst­garten, ferner über Weingärten in dem Nußdorfer und Kaltenbergischen Gebirge, so daß dem Verkäufer auf Lebenszeit die oberen Zimmer, beide Keller und die Gärten zum Nutzgenuß bleiben. Siegler: Abt, Konvent und Ambros Arbesser (unbeglaubigte Abschrift auf Papier mit Nachzeichnung der Siegel). (Nr. 229) 189. Gloggnitz, 1715 VII 27. Balthauser Grieschler, Marktrichter in Gloggnitz, Georg Gräbinger, Gerichts­geschworener, vorher aber durch 16 Jahre Marktrichter, Jakob Ferstl, Förster, und Matthias Polross, gewesener Meier allda, bestätigen, daß nur die Propstei Gloggnitz und keine Bürger in dem ihr gehörigen Wald, das Hartholz, das Recht zum Holzhacken und wegführen haben, u. zw. nicht nur in der Höhe, sondern auch in dem anderen, an die Bürgeräcker anschließenden Wald und daß das Holz über diese Äcker an den Meierhof geführt werde. Wenn ein Holz zur Wiederherstellung von Brücken, Wegen oder Steigen nötig sei, so müßte dieses Holz ausdrücklich von der Propstei begehrt werden. Zeugen und Siegler: die Genannten (Papier; vier aufgedrückte Siegel und Unterschriften). (Nr. 218) 190. Klosterneuburg, 1719 VIII 9. Gewährauszug aus dem Grundbuch des Stiftes Klosterneuburg über ein Viertel Weingarten zu Kaltenberg (Kahlenbergerdorf) im Langenfeldern oder Schederl genannt (dienstbar eine halbe Urne Most im Lesen zu Burgrecht und Vogtrecht an Klosterneuburg), für Abt Wolfgang des Stiftes Formbach am Inn und seinen Konvent (mit Anführung der Vorbesitzer seit 1640!). Papier, unter Papier aufgedrücktes Siegel des Propstes Ernst von Klosterneuburg. Unterschrift des Grundschreibers. (Zu Nr. 219 [richtig 229]) 191. Gloggnitz, 1721 IV 22. Schuldverschreibung des Bartholomäus Dingerdinger, Bürger, Müller und Untertan der Propstei Gloggnitz gegenüber Propst Martinus Wenckh, „der löblichen Propstei Gloggnitz Propst“ über vorgestreckte 100 Gulden rhein. Als Pfand verschreibt er ihm seine eigen­tümliche Mühle zu Gloggnitz auf der Zeil (Papier, kleines Siegel und eigenhändige Unterschrift). (Nr. 208%) 192. Klosterneuburg, 1723 XI 20. Zusammenstellung der Zahlungen an Gewähr, Pfundgelder und anderer Gebühren, die das Kloster Formbach dem Gotteshaus Sancti Leopoldi-Stift Klosterneuburg zu entrichten hat, besonders von einer Behausung zu Kallenberg samt Garten und Weingarten und von einem Viertel Weingarten zu Kallenberg (Langenfeldern oder Schederl), zusammen 188 Gulden („Den 4. Dezember 1723 ist dieser Ertrag völlig richtig und bezahlt worden.“ Ernst, Propst zu Klosterneuburg). (Papier, aufgedrücktes Siegel.) (Zu Nr. 219a [richtig 229]) 193. Klosterneuburg, 1723 XII 7. Gewährauszüge aus dem Grundbuch des Stiftes Klosterneuburg für Abt Benno von Formbach a) für eine Behausung zu Kallenberg samt Zugehör und Überländ, b) auf ein Viertel Weingarten zu Kallenberg in Langenfeldern. (Papier, Siegel des Propstes Ernst und Johann Karl Hartmann Riff 1, Grundschreiber, Amts Verwalter.) (Zu Nr. 219 [richtig 229] A und B) 194. Gloggnitz 1734 IX 17. Die Zechmeister des ehrsamen Handwerks der bürgerlichen Ledermeister zu Vorau bestätigen, daß ihnen aus besonderer Gnade und gegen Zahlung des gewöhnlichen Stand­geldes Propst Franciscus Langpartner von Gloggnitz als Vorgesetzte Grundobrigkeit zu Grafendorf gestattet habe, dort ihr Leder an den drei offenen Kirchtagen linker Hand beim Friedhofausgang, hinter dem Bäckerladen feilzuhalten. Dabei wollen sie kein Recht ab leiten und auf Verlangen von dort wieder abziehen. (Unter Papier aufgedrücktes Siegel der Zechmeister.) (Nr. 209) 195. Wien, 1744 II 17. Die niederösterreichischen Landschaftsverordneten bestätigen, daß sie die zu dem Gut Rittersfeld (OG. Traismauer) gehörige Bestandmühle, die wegen ausständiger Landes­anlagen pro 1740 der Exekution verfallen ist, der Anna Catharina von Fiali, geborenen von Pauern- feind, um 4000 Gulden käuflich überlassen haben, unter der Bedingung der Begleichung der Landes­anlagen und der Exekutionskosten. Siegler (samt Unterschriften): die Verordneten Abt Paul von Seitenstetten, Propst Josef von St. Dorothea, Ferdinand Graf von Pergen, Johann Freiherr von Fünf­kirchen, Johann Ferdinand von Lewenegg, Daniel Moser. (Nr. 000; kaum Gloggnitzer Provenienz) Ein Teil der ältesten Urkunden, d. k. also vor allem jene, die das Mutterkloster Form- bach betreifen, sind uns bekannt. Sie sind, wie begreiflich, im 4. Band der Monumenta Boica, erschienen 1765, der dem Traditionscodex und den wichtigeren Urkunden des Klosters Formbach gewidmet ist, abgedruckt. Einzelne solcher Stücke stehen auch im oberöster­reichischen, steirischen und vor allem im Salzburger Urkundenbuch. Das gilt z. B. gleich für

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