Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
I. Archiv-Wissenschaften - 5. Karl Lechner (Wien): Das Archiv der ehemaligen Propstei Gloggnitz, seine Geschichte und seine Bestände, nebst Regesten
Archiv der ehemaligen Propstei Gloggnitz. 67 100. 1417 IV 3. Rudolf, Abt von Formbach, beurkundet die Stiftung eines Jahrtages in der Kirche von Gloggnitz durch Heinrich von Furt mit einem Weingarten an dem Aichberg und einer Behausung zu Furt (Furth, R., OG. Gloggnitz). Siegler: Abt (Rundsiegel) und Konvent (Spitzovalsiegel) von Formbach. (Nr. 112) 101. 1417 XI 22. Jorig Wisenfrezz vermacht seiner Frau nach seinem Tod einen Weingarten „an dem Purkstal“, Burgrecht vom Gotteshaus Gloggnitz, und seinen Hof zu ,,Muldorff“ (Mühlhof) auf Leib- geding (nach Wortlaut der Urkunde gegenüber dem Gotteshaus Neuberg) und alle seine fahrende Habe, ausgenommen „meinen harnasch vnd alle wer“. Siegler: Aussteller und seine Freunde Wolfgang der Wurmprant und Taman der Grunpekch. (Nr. 199) 102. 1419 III 26. Erhärt der Stupekcher beurkundet einen Schiedsspruch zwischen ihm und seinem Bruder Gilg dem Stupekcher um ein Erbteil. Siegler: Heinrich, Propst von Gloggnitz, „unter dem er die Zeit gesessen ist und vor dem das geschehen ist“, und der ehrbare Hans der Lindner, Richter zu Schottwien. (Nr. 171) 103. Wien, 1420 III 17. Leutpolt von Eckartsau und Konrad von Wehing von Michelstetten verleihen dem ehrbaren Hans Zwingendorfer ein ganzes Lehen, das ehemals ein Hof gewesen ist, gelegen zu Zwingendorf auf der Pulka. Siegler: die beiden Aussteller. (Nr. 95) 104. Wien, 1420 III 18. Leopold von Eckartsau verleiht dem Hans Zwingendorfer 2% u auf 2% Lehen und 2 Hofstätten zu Zwingendorf. Siegler: Aussteller. (Nr. 96) 105. 1420 V 20. Abt Johann von Formbach gibt einen ganzen Weingarten, gelegen am Aichberg an dem Hutpichl, davon man jährlich zwei Eimer Burgrecht dient und den Hans zu Furt (Furth, OG. Gloggnitz) vermacht hat, Stefan dem Furter, „als Burgrechts Recht ist in dem Lande zu Steyer“. Siegler: Aussteller und Konvent zu Formbach. (Nr. 113) 106. 1421 IV 4. Andre Schertz beurkundet, daß er durch Schiedsleute überwiesen wurde, keinen Anspruch zu haben an dem Viertel Weingarten, den sein Vetter Stefan der Affenmeister dem Gotteshaus Gloggnitz vermacht hat und der Burgrecht war von dem Gotteshaus Neuberg. Siegler: Abt und Konvent von Neuberg. (Nr. 81) (*) 107. Neustadt, 1429 III 9. Kolman Kunigsperger beurkundet für sich und seinen Bruder, daß ihm Abt Johann von Formbach eine Wiese zunächst „an dem Wanchk“ (Am Wankl, Wanklhof, Eh., OG. Edlitz) verliehen habe; wenn sie diese nicht mehr innehaben wollen, so sollen sie sie den Leuten des Gotteshauses Formbach zu Kunigsperg (Königsberg, R., OG. Thomasberg) anbieten. Siegler: Aussteller und Wolfgang Wurmprant (beide Siegel abgefallen). (Nr. 97) 108. Wien, 1429 V 1. Leopold von Eckartsau verleiht dem ehrbaren Knecht Erhärt Zwingendorfer die väterlichen Lehen und 2% U /& auf 2 y2 Lehen und 2 Hofstätten zu Zwingendorf auf der Pulkau, ferner 3 ti und 22 v) Geldes auf behaustem Gut und Überländ und ganzen Zehent auf einem Lehen, alles gelegen zu „Lewmanstorff im Marichort“ (Loimersdorf im Marchfeld). Siegler: Aussteller. (Nr. 126) 109. 1429 IX 29. Wolfgang der Wurmprant stiftet einen Jahrtag für seinen „Freund“ Jorg Wisenfress und seine Frau um 3 ß 23 /A freien Eigens, gelegen auf überländigem Grunde zu Gloggnitz „auf dem Berg“. Die Witwe des Wisenfress hat 15 U dafür gegeben; diese aber hat Wurmprant für seine Frau und seine Erben angelegt und dafür die obengenannte Gült gegeben. Siegler: Aussteller, sein Bruder Friedrich Wurmprant, sein Schwager Friedrich der Grym, Burggraf zu Klamm, und Achaz Pilstinger zu Gloggnitz. (Nr. 4) (*) 110. Wien, 1430 IX 5. Herzog Albrecht V. bestätigt als Landesfürst und Vogt einen Gütertausch zwischen Prior Hans und dem Konvent von Aggsbach und seinem Kammermeister Jorg dem Schekchen vom Wald: 7 ß 1 Geldes, gelegen „unter dem Achstain“, in Spitzer-Pfarre, auf behaustem Gut; ganzen Zehent, groß und klein, gelegen zu Akchstain in dem oberen Dorf (Aggstein, OG. Aggsbach), in St.Michels-Pfarr; zu Akchstain einen Baumgarten mit 16 Joch und einen Weingarten mit 10 % Joch und ein Holz mit Grund, gelegen im Zaismanstal. Siegler: Aussteller. Kanzleivermerk: d. dux in consilio. [Diese Urkunde findet sich in den Aggsbacher Urkunden (vgl. Fontes rer. Austr. 2 59) nicht, wohl aber eine herzogliche Bestätigung vom gleichen Tag über einen anderen Gütertausch zwischen den gleichen Partnern (F. R. A. 2 59, Nr. 289; vgl. auch Nr. 285 und 288)]. (Nr. 000) 111. 1431 IV 5. Ursula, die Tochter des verstorbenen Wilhelm Zwingendorfer und Hausfrau Wolfgang des Schawchinger, vermacht ihrem Gemahl zu rechter Heimsteuer 162 U Wr. -Ä, gelegen zu Zwingendorf, teils Lehen von Leupolt von Eckartsau, von Konrad dem Wehinger von Michelstetten und von Hans von Kuenring zu Seefeld, teils Burgrecht von Reinprecht von Wallsee und von Ulrich dem Topler von Hirspach; dazu noch 18 S’, die ihr Oheim Wilhelm der Straninger gegeben hat.