Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

IV. Quellen und Quellenkunde - 40. Angelus Walz (Roma): Descriptio Teutoniae. Ein Verwaltungsbericht von 1644 über die Dominikaner und Dominikanerinnen in deutschen Landen

690 Descriptio Teutoniae. Ein Verwaltungsbericht von 1644 über die Dominikaner und Dominikanerinnen in deutschen Landen. Eingeleitet und herausgegeben von Angelus Walz (Rom). Das Ordensarchiv des Predigerordens zu Rom verwahrt eine wohl im Jahre 1644 verfaßte Beschreibung der Ordensprovinz Teutonia. Es handelt sich um eine ziemlich knappe Übersicht über den Stand der Dominikaner und Dominikanerinnen auf deutschem Gebiet. Die Teutonia 1) umfaßte gemäß der Descriptio die Konvente und Häuser von Aachen und Luxemburg im Westen bis nach Retz und Wien im Osten sowie von Münster, Osnabrück und Halberstadt im Norden bis nach Gebweiler, Chur und Bozen im Süden. Steiermark und Kärnten schieden damals aus. Die Niederlassungen in diesen beiden Gegenden bildeten seit 1629 eine eigene Kongregation und wurden 1642 zur ungarischen Provinz geschlagen. Im Jahre 1644 wurden sie wieder zu einer steirisch-kärntnischen Kongregation zusammengeschlossen, der nun sogar der neue Konvent zu Steinamanger (Szombathely) angegliedert wurde 2). Am 31. März 1653 teilte der Generalkommissar P. Thomas de Sarria, aus Compostella, einst Regens in Köln und Wien und später Erzbischof von Trani 3), dem deutschen Provinzial die ,,sententia indivisionis Teutoniae, ac unionis Stiriae cum ea“ 4) mit. Es stand damals (1651—1653) P. Arnold Gillius der deutschen Provinz vor (f 25. Dezember 1653)5). Ihm folgte in einer zweiten Amtsführung (1654—1658) P. Georg von Herberstein. Dessen erstes Provinzialat war in die Jahre 1636 bis 1640 gefallen. Georg von Herberstein war vor seinem im Jahre 1629 in Gegenwart des Kardinals Kiesi erfolgten Ordenseintritt Erzieher des Erzherzogs Leopold, Sohnes Kaiser Ferdinands II., gewesen6). Auf Herbersteins erste Amtszeit folgte als Provinzial der bekannte Kölner P. Johann Philipp Fridt, der im Jahre 1628 an der Kölner Universität das Doktorat erworben hatte. Nach seinem Provinzialat (1640—1645) wurde er Dekan der theologischen Fakultät in Köln7). Als Ordensmeister amteten in jenen Zeiten P. Nikolaus Ridolfi (1629—1644), Thomas Turco (1644—1649) und Johann Baptist de Marinis (1650—1659) 8). Die Descriptio Teutoniae ist auf Papier geschrieben und füllt elf Seiten, die in einem Sammelband des Ordensarchivs unter der Signatur Liber O mit den durchlaufenden Seitenzahlen von 996 bis 1006 versehen sind9). Der mit roter Tinte auf dem oberen Rand der ersten Seite der Descriptio durch den ehemaligen Ordensarchivar P. Vinzenz Ligiez *) Vgl. P. A. Walz, Compendium historiae ordinis Praedicatorum 2), Rom 1948, 388—-390. 2) Walz, Compendium 391. MOPH. XII 194 f. 3) G. Löhr, Die Kölner Dominikanerschule vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, Freiburg in der Schweiz 1946, 30. 4) Ordensarchiv IV 102, 57 ff. 5) QF I 18. •) J. Lamatsch, Beiträge zur Geschichte des Dominikaner- oder Predigerordens, Odenburg 1855, 240 f, 235. S. Brunner, Der Prediger-Orden in Wien und Oberösterreich, Wien 1867, 16, 19, 85 f. 7) QF I 18. Löhr, Die Kölner Dominikanerschule 30, 21. 8) Walz, Compendium 322 f, 329 f, 698. •) Ordensarchiv’ XIV, sectio 3, Liber O: Varia de Italia [Teutonia], Bohemia, Gallia.

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