Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
IV. Quellen und Quellenkunde - 38. Leo Santi faller (Wien): Die Preces primariae Maximilians I. Auf Grund der Maximilianischen Registerbücher des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs
586 Santifaller, wie z. B. Treviso, Triest und Vercelli im Register von 1486 und Aquileja und Mailand im Register von 1508. Von bedeutendem Interesse wäre sodann die Feststellung, wieweit diese insgesamt 2152 Preces-Mandate nun auch tatsächlich Erfolg hatten. Die Beantwortung dieser Frage würde naturgemäß umfassende Nachforschungen in den entsprechenden Empfängerarchiven zur Voraussetzung haben, die aber in dem erforderlichen Ausmaße in absehbarer Zeit gar nicht durchzuführen sind. Für eine kleine Anzahl kirchlicher Anstalten, u. zw. für die Domkapitel von Bamberg, Breslau, Brixen, Trient und Wien sowie für das Kollegiat- stift Innichen liegt jedoch das erforderliche Material vor J) und da konnte hinsichtlich der Preces primariae, u.zw. zunächst für 1486, folgendes festgestellt werden: von den für Bamberg (Bischof und Domkapitel) verzeichneten neun Prezisten haben nach Bamberger Quellen nur zwei, Bibra und Schaumberg, Kanonikate auf Grund von Preces primariae erlangt, während Rabenstein wohl als Domherr vorkommt, ohne daß jedoch seine Aufnahme durch Preces angegeben wird; die beiden einzigen Prezisten für Breslau und Innichen kommen im örtlichen Material nicht vor, von den fünf Brixner Prezisten findet sich in den lokalen Archivalien nur Niedertor und ebenso von den drei Trientner Prezisten Niedertor und Schrofenstein, doch alle drei ohne Preces-Vermerk. Das Register von 1508 verzeichnet für Bamberg fünf, für Breslau zwei, für Brixen drei und für Innichen und Wien je einen, also insgesamt zwölf Preces; davon wird im archivalischen Material des Empfängerarchivs keine einzige genannt und die betreffenden Prezisten kommen auch sonst als Kanoniker der genannten Stifte nicht vor. Demnach hatten, soweit diese fünf bzw. sechs kirchlichen Anstalten in Frage kommen, von insgesamt einunddreißig Preces primariae Maximilians I. nur zwei, höchstens sechs einen Erfolg. Edition. Folgende Abkürzungen wurden regelmäßig verwendet: BMV. = Beatae Mariae Virginis (insbesonK. = Kirche dere bei Kirchen) Kan. = Kanoniker can. = canonicus Kap. = Kapitel (Dom-, cleric. = clericus kapitel) D. = Diözese (kanz.) = kanzelliert dioc. = diocesis (in lateinischen Texten) KI. = Kloster ED. = Erzdiözese Kolleg.-K. = Kollegiatkir c he fol. = folio recto Konv. — Konvent fol. V. = folio verso presb. presbiter Kollegiat-, Stifts I. Der Pergament-Kodex EE (1486). Aachen (D. Lüttich), Kolleg. — K. St. Adalbert: Dekan und Kap. 1. Jacobus Enden cleric. Leodiens. dioc. 1486 Okt. 13, Antwerpen, fol. 2V, 69v. Aachen (D. Lüttich), Kolleg. — K. BMV. ad Vicarias: Dekan. *) 2. Michael Mossis cleric. Leodiens. dioc. 1490 April 16, Innsbruck, fol. 4.-------: Dekan und Kapitel. 3. Wilhelmus Drenborn decret. doctor, presb. Leodiens. dioc. 1486 Mai 9, Aachen, fol. 2 , 69v. *) Vgl. Johannes Kist, Das Bamberger Domkapitel von 1399 bis 1556 (Historisch-diplomatische Forschungen, herausgegeben von Leo Santifaller, 7. Band), Weimar 1943; Gerhard Zimmermann, Das Breslauer Domkapitel im Zeitalter der Reformation und Gegenreformation (1500—1600) (ebenda 2. Band), Weimar 1938; Leo Santifaller, Das Brixner Domkapitel im Mittelalter, Innsbruck, 1924—25; Karl Wolfsgruber, Das Brixner Domkapitel in der Neuzeit (ungedruckte Wiener Dissertation 1947); Reihe der Chorherren des Stiftes Innichen (Die Heimat, Meran 1912, S. 183 ff.); Herman Göhler und Walter Goldinger, Das Wiener Domkapitel von den Anfängen bis 1554 (noch ungedruckt); Leo Santifaller, Urkunden und Forschungen zur Geschichte des Trientner Domkapitels im Mittelalter, II. Band: Forschungen (noch ungedruckt).