Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)
IV. Quellen und Quellenkunde - 33. Fritz Popelka (Graz): Die ritterlichen Dienstreverse in der Grafschaft Görz und das Aufkommen der Feuerwaffen
510 Popelka, Seite des kurzen Rohres angebracht. Die schmiedeeisernen Rohre besaßen schon Verstärkungen von aufgezogenen Eisenringen. So muß man sich etwa die ,,Stucke“ vorstellen, die die Ritter und Edelknechte der Grafen von Görz in den Kampf führten. Wesentlich schwieriger ist die Erklärung des Wortes ,,Trafgezeug“. Der Name ist nicht deutscher Herkunft. Er rührt jedenfalls aus dem lateinischen Worte trabs, trabes = Balken oder Pfosten, her. Die Form ,,drapfgezeug“ in den Reversen der ortenburgischen Edelknechte Hensel der Sepp (1378) und des Hermann von Werd (1379) stellen eine Übergangsform aus dem lateinischen Worte „trabes“ dar1). Das Trafgezeug ist also das Balkenwerk, gewissermaßen die Lafette für die Geschütze, da das Trafgezeug mit ihnen in Verbindung genannt wird. Das Balkenzeug wurde jedenfalls auf Saumtiere verladen und den Geschützen nachgeführt. Die Dienstverpflichtung der ortenburgischen Ritter lautet, wie schon bemerkt, gewöhnlich ,,zu ross in einem traffgezeug“, einmal auch ,,in einem traffzeug“ (Haidenreich von Langenberg 1397). Diese Form läßt vermuten, daß damit eine militärische Formation, eine Nachschubgruppe für Artillerie gemeint ist. Reichen Aufschluß für die Kunde der Feuerwaffen haben besonders die Veröffentlichungen Schäfers über die päpstlichen Heere im 14. Jahrhundert gegeben. Das 1340 bei *) *) Den Hinweis auf trabs verdanke ich Herrn Oberbibliothekar Oberstleutnant Basler in München.