Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

IV. Quellen und Quellenkunde - 29. Franz Martin (Salzburg): Die Urkundensammlung der Freyburg in Salzburg

Urkundensammlung in der Freyburg. 459 daraus als Splitter verloren gegangener Archive festzustellen. Man muß dabei mit Bedauern erkennen, daß nur ein ganz geringer Prozentsatz der Urkunden der kleinen Adels- und Herrschaftsarchive auf uns gekommen ist und der Verlust mit den Umwälzungen nach 1800 und dem Aufhören des grundherrschaftlichen Verhältnisses zusammenhängt. Jeder der mit­geteilten Urkunden, die Häuser in Stadt Salzburg betreffen, zeigt, wie lückenhaft mangels mittelalterlicher Quellen F. V. Zillners und Adam Dopplers Häuserchronik *) trotz fast restloser Erforschung der Archive ist. Aus dem Umfang dieser doch nur kleinen Urkunden­sammlung, die meist ganz unbekannte Personen und Orte bringt, geht die Wichtigkeit der Veröffentlichung solcher Bestände hervor. Von den 58 Urkunden hebt sich eine Gruppe heraus, die als Empfänger die Trug- satzen, Nußdorfer und Panichner haben oder Güter im Raum der ehemals salzburgischen Pfleggerichte Waging und Tittmoning betreffen. Sie stammen unzweifelhaft aus dem seit dem großen Stadtbrand von 1818 und dem Konkurs der gräflich Lodron’schen Herrschaft in Salzburg vermißten Archiv derselben u. zw. meist der Hofmark Wölkersdorf und Lampoting am Waginger See * 2) (n. 2, 4, 5, 7—9, 12—14, 17—20, 22, 30—34, 37, 38, 40—46, 49, 50). Sonach stammt die Hälfte aus der ehemaligen gräflich Lodron’schen Herrschaft Primo­und Sekundogenitur3). Aus folgenden Stiften und Kirchen usw. haben sich Urkunden hieher verirrt: Dom und Stadtpfarrkirche Salzburg, Reun, Altötting Minoriten in Graz, Kirche Adnet, Schiffleutebruderschaft in Salzburg (3, 11, 15, 25, 26—28, 48, also 8). Ver­einzelten Adelsfamilien gehören 7 zu (n. 6, 10, 21, 23, 36, 39, 51). Sogenannte „Hausbriefe“ von Salzburger Stadthäusern finden wir 7 (n. 16, 24-—26, 29, 34, 35). Die Zunftordnungen gehörten einst den Zimmerleuten (n. 47, 53, 54). Die Lehrbriefe (n. 55—58) wurden wegen ihrer künstlerischen Ausstattung gesammelt. 1298 Juli 12 (s. Margaretentag). — Jans und Fridreich beide Törringer verkaufen Chunrat Ahalem, Bgr. v. Sbg., u. s. Frau Gertraud 21 Zehenthäuser bei Eugendorf, die Ch. aus ihres Oheims Ch(unrats) von Chalhaim Gewalt mit Kauf in ihre Gewalt gebracht hat und die Liebhart der Totzier lebenslänglich innehaben mag. Z.: H. 4) von Eren- vels, Dompropst zu Regensburg, u. s. Bruder, erzb. Kaplan, Konrad v. Chuchel, Chun von Teysinge, Ritter des Erzb., Meinhart der Neumaister, Konrad von Autzse, Ch(un- rat) der Selchmann, Fridrich der Schreiber, die Bgr. v. Sbg., Chun von Intzinge. Or. 2 S. fehlen. (1) 1315 Mai 30 (nach s. Urbanitag des naechsten freitages). — Wulfinch von Goldekke ver­kauft Wernher dem Truchsaetzen das Gut zu Stainpach um 25 Mark Silber Sbgr. Gewichts. Z.: Fridrich von Goldekke, Hertneit von dem Turn, Chunrat der Velwer, Heinrich der Brüninger, Wernhart der Schreiber. Or. S. (2) 1320 September 29 (Michelstag). — Br. Alber, Abt von Revn, und der Konvent (samung) bekennen, daß ihnen Frau Margaret, die Edle von Epenstain, einen Hof bei Weizen- chirchen, heißt auf dem Pühel, eine Hofstatt dabei, die Harmanshube in der Lobming und eine Hube bei Preimarspurch zu einem Jahrtag gegeben hat. Davon sollen sie auch der treuen Dienerin Matzen der Prueschinchinne auf Lebenszeit und nach ihrem Tod den Minderbrüdern in Graz und dem Spital in Graz genannte Reichnisse zukommen lassen. Or. S. fehlt. (3) *) F. V. Zillner, Geschichte der Stadt Salzburg 1 (1885). 2) Vgl. F. Th. von Kleinmayern, Nachrichten vom Zustande der . . . Juvavia (1784), 443. 3) Eine Ergänzung dazu, teilweise mit denselben Gütern bieten Urkunden im gräflich Lodron’schen Archiv in Gmünd in Kärnten (nun im Kärntner Landesarchiv); vgl. August von Jaksch, Die Graf Lodron’­schen Archive in Gmünd, in Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie XIX,(1900), 52 (Nachtrag). Da diese Urkunden angeblich 1872 von Salzburg nach Gmünd gesendet wurden, dürfte die Erwerbung der Gruppe in der Freyburg ungefähr auch um diese Zeit erfolgt sein. 4) Deutlich im Original: H., während nur Dompropst Ch(unradus) nachzuweisen ist, vgl. F. Martin, Regesten der Erzbischöfe und des Domkapitels von Salzburg II, S. R 7 und Regesta Boica, Register I bis XIII, 85.

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