Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums

Kremsmünsterer Briefe. 419 des Herzogs, an sich gerissen, und bittet den Herzog, er solle ihn und seine Untertanen in den Schutz des Albero von Pollheim stellen und Klaus wieder in seinen Besitz nehmen. Um 1240 bis 1245 1). Konzept. Beschreibung siehe Nr. 4, dessen Rückseite das vorliegende Konzept einnimmt. Unten beschnitten, der Text ist nicht vollständig. Zur Schrift vgl. auch die folgenden Stücke. Illustrissimo a) principi F[ . .. Ajvstrie et Styrie et magnifico dominatori Carn(iole) H. officialis suus in partibus Welse constitutus cum omnibus h[omini]bus ipsius provincie predictum dominum suum ducem respicientibus perpetue fidelitatis integritatem. Proponimus vestre [sjerenitati, quod dominus Trostilo et homines sui vendicaverunt sibi sine iusticia de redditibus vestris amplius quam adxxx talenta et hec fecerunt de castello in Chio vsa. Ad hec de ipso castello predicto pis[ca]tionem vestram et venacionem circa Gersten et circa montes, qui dicuntur Stader, totaliter devastantes pen[i]tus evacuaverunt, ibidem autem in uno anno b) amplius quam ducentas feras mactaverunt. Ad predictum eciam cast[e]llum homines vestre possessionis et advocales vestri sine differencia frequenter ducuntur captivi et miser[a]biliter incarcerantur. Omnes [ajdvocacias circa ipsum castellum sitas et iudicia provincialia circa Chiriched[or]f et circa Gersten, que omn[es] usque nunc ad vos ab ante­cessoribus vestris sunt devoluta, dominus Trostilo prefa[tus] sibi totaliter usurpavit, homines vestros et reliquos pauperes multis exactionibus et diversis molestando, [qjuorum clamor celos transiens ad aures Dei summi iudicis devenit. Super quo excellende vestre supp[lic]- amus et pedibus vestri gratie [ajdvoluti humiliter obsecramus, quatinus intuitu Dei et causa tremendi iudicii n[os] ab hoc potestate et iniuri[a] dignemini liberare, officialem vestrum dominum Heinricum Vorproth qui . . . c) debet preesse et nos pariter [c]um eo, domino Alberoni de Pollenheim ad defendendum committendos atque predictum castellum de Chlousa, a quo [omjnes provincie sibi vicine devastantur, in vestram possessionem et pote­statem [ajssumentes. Itaque rogamus . . . d) litteras vestras mittere e) dignemini domino 6. Otto von Achleiten bittet Herzog Friedrich II. von Österreich, da er seinen Besitz an seine Söhne verteilt und den Rest durch lange Krankheit verloren habe, außerdem durch die Herren von Traun und Capellen schwer geschädigt worden sei, zum Ersatz für seine Mühlen bei Wels um eine Gnadengabe in Wels oder anderswo. Um 1240 2). * 2 x) Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt der behandelte Vorfall in der Zeit nach der Versöhnung des Albero von Pollheim mit dem Herzog nach dessen Lösung aus der Reichsacht, da der erstere während ihrer Dauer Statthalter des Kaisers gewesen war. Meinhard Tröstei (Trostilo, Trostlinus) von Zierberg, um den es sich allem Anschein nach handeln dürfte, da der Name sonst in dieser Umgebung nicht vorkommt, erscheint 1241 Oktober 27 als Zeuge auf einer Urkunde in Wr. Neustadt, OÖUB., 3. Bd., S. 106, nach 1246 mehrfach im Mühlviertel. Die „Usurpation''1 von Klaus, deren eigentliche Hintergründe wir nicht kennen, dürfte dazwischen liegen. Bei der ,,provincia in partibus Welseíí handelt es sich ganz offenbar um den Komplex der späteren Burg- vogtei Wels, den Herzog Leopold um 1220 vom Erzstift Würzburg erworben hatte. Vgl. E. Trinks, Beiträge zur Geschichte des Benediktinerklosters Lambach, Jahrbuch des oberösterreichischen Musealvereines, 81. Bd., Linz 1926, S. 104, 111. 2) Bei Otto von Achleiten handelt es sich augenscheinlich um den ersten Träger dieses Namens bei den Herren von Achleiten, der 1189 in der Urkunde anläßlich der Weihe der St. Egidien-Kirche in Aigen bei Wels und wieder um zirka 1230 genannt wird (OÖUB., 2. Bd., S. 417, 689). Die Schrift läßt eine ähnliche Datierung annehmen wie bei dem vorausgehenden Stück, die Schädigungen durch die Herren von Traun und Kapellen wären in der Zeit der Reichsacht Herzog Friedrichs ebenfalls gut denkbar. Durch die Federproben auf der Rückseite und die Beobachtungen über die Schrift wird der konzeptartige Charakter des Stückes ebenso nahegelegt wie dessen Entstehung in Kremsmünster. 5. a) Nur Unterlängen. Die darauffolgende Lücke, nach F., umfaßt etwa 4 cm. h) Korrigiert aus in unis annis ( ?). c) Ein Wort fehlt, nunc (?) oder nobis. d) Lücke von zirka 15 mm. e) Nur Oberlängen, Lesung fraglich. Obwohl der Text im folgenden sicher unvollständig ist, scheint die Fortsetzung nicht auf diesem Zettel gestanden zu sein.

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