Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

III. Heraldik und Geneologie - 17. Anna Coreth (Wien): Ein Wappenbuch Kaiser Maximilians I.

298 Coreth, auf den heutigen tag wider die ungläubigen jegerlich lannd und lewtt erworben hat; den schild furt er, nachdem sein mutter ain erbtochter nach ableybigkeit irs bruders kynnder natürlich gewest ist, durch übergab des letzten künigs, des vetter der ytzig kunig ist; darumb furt kunig Max disen schild gar. Wossen. Das ist ein kunigreich, exempt von dem kayserthumb Constantinopel und dem kunig Panonj, auch erobert durch die hayden durch abfal der Kirchen, und kunig Max und sein natürlich erben hoffen, das zu der cron zu Hunngern widerumb zubringen darumb sy sich in irem abfall ergeben haben; darumb furt künig Max disen schild gar. Beheim. Das ist ein künigreich, fúrt kunig Max den schild gar erlich und bekenntlich, nachdem er vor ettlichen zeitten geboren von einer erbtochter aus Beheim, durch ein tractat durch seine vorvordern ererbt hat, doch durch annder geblut, auch news Österreichs weiplichs geblut, glücklich durch derselben gluck, füeren 0 auf den heutigen tag tittel und schild, dardurch nit weitter zuerkleren geburlich sein will; darumb furt künig Max disen schild gar. Österreich. Das ist ein wappen wol geziert von dreyen stucken und ist durch Julius Cesar und den Nero gefreyt worden zu dem ersten künigr(eich) der wellt und ist doch alltzeit anhenngig gewest von natur dem Ro(misch) reich, wiewol Attila das mit dem swert erobert hat, durch lanng zeit Hunngern gewesen ist, doch bey haydenischen zeitten biss an die stat, genannt Larch, und das wasser, genannt die Enns, und darnach durch den cristl(ichen) glauben den sig angenomen und dem reich anhenngig gemacht, und am ersten ain marggrafen erwelt vom furstenthumb Swaben, auch von Fabj Albrecht abkomen, nachdem Fabi Albrecht von Rom körnen ist, hat drey deutsche weyber uberkomen, die erbtochter gewesen sein, und da er in Vchtlannd das sloss allt Habspurggepaut hat, das nu verganngen ist, darnach ein neus sloss worden gepaut, hat gehayssen die Lenntzburg, die er ererbt hat, und auf heutigen tag haist man dasselb furstenthumb Turgaw und Argew; mit der anndern tochter, wann die gestorben ist zu Lenntzburg, aber ein tochter angenommen, hat gehebt das furstenthumb Swaben, und bey beyden kynndern mändliche kynnder, darnach ist die selb fürstin auch gestorben und hat gehebt ein grefin von Freyburg und das ganntz Bryßgew; mendlich stammen von den drey trauen mendliche kynnder, ist besetzt worden mit fürsten des künigreichs Burgundj, das hertzogthumb Swaben und das fürstenthumb Osterr(eich), das zu cristen worden ist durch wal, und darnach widerumb durch wal, durch absterben desselben geslechts mündlich und weyplich Stammes auf künig Albrecht, künig Rudolffs son, hertzogen zu Zerynngen und grafen zu Habspurg; darumb so fürt künig Max diesen schild gar. (Am Rand): No(ta) sinonima. Burgundj. Das ist ein furstenthumb, mit dem swert abgedrungen durch die kunigen von Frank­reich, verheyrat manlich Stammes gegen den vettern von dem plut von Habspurg, und ist abgestritten worden allso von dem künigr(eich) Burgundj, ist darnach durch die Frantzosen zu einem hertzogthumb gemacht worden, damit es mit teglichem krieg wider das künigreich gewest ist, und auch zu letzt dardurch das künigreich Burgundj zerstert und darauß ein grafschaft gemacht worden; deßhalben kunig Max furt dasselb wappen von seiner heyrat wegen des letzten hertzogen von Burgundj erbtochter wegen gar. *) *) Gluckfüeren zusammengeschrieben, Verschreibung.

Next

/
Thumbnails
Contents