Szladits Károly (szerk.): Magyar Jogászegyleti értekezések 8. kötet (72-82. füzet) - Magyar Jogászegyleti értekezések 8. (Budapest, 1893)

Liszt Ferencz: A jövő büntetőjoga [76., 1892]

Dr. Franz Liszt: Meine hochgeehrten Herren ! Wenn ich in diesem Augenblicke auch mit dankbarem Stolze mir der Ehre bewusst hin, die mir durch die Einladung zu Theil geworden ist, in Ihrem Kreise über die die Strafrecht­wissenschaft betreffenden Beformbestrebungen zu sprechen, so sind doch meine Gefühle und Empfindungen — ich gestehe es offen, — keine ungetrübten. Allerdings nicht der Umstand be­irrt mich und stört meine Sicherheit, dass ich zu meinem Bedauern nicht in der schönen Sprache Ihres Volkes zu Ihnen sprechen kann. Denn wenn ich auch nicht längst schon die Liebenswürdigkeit der Ungarn und deren Gastfreundschaft anders als vom Hörensagen gekannt hätte, so war mir doch heute schon genügend Gelegenheit geboten zu sehen, dass Sie dem Fremden, auch wenn er in seiner Sprache zu Ihnen spricht, den liebenswürdigsten Empfang zu bereiten verstehen. (Éljen- Rufe.) Wohl aber hat das Thema, das ich gewählt und über das ich sprechen werde, mir hinterher manches Bedenken ver­ursacht. Ich habe in der Nummer vom 1. April d. J. des «Pester Lloyd» gelesen, dass das Gewicht meiner Thätigkeit nicht auf dem klassischen Boden der Rechtswissenschaft, sondern in den romantischen Gefilden der Kriminalpolitik gelegen sei. Dass ich, wenn ich in Budapest vor den hervorragendsten Juristen des Landes spreche, den Bitt ins romantische Land nicht scheuen dürfe, darüber war ich mir von allem Anfang an vollkommen im Klaren. Mitten drinnen stehend in den kriminalpolitischen Strömungen unserer Tage, denen ich einen guten Theil meiner Arbeitszeit gewidmet habe, — einen grösse­ren Theil vielleicht, als die Mehrzahl meiner Kollegen mir gut­161

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