Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)
Domonkos Illényi, Die Gestaltung der Position der sorbischen Nationalität in der DDR (1945-1975)
78 Zwei sprachlichkeit das Ziel. Ein Teil der Anordnung befasst sich mit den Beziehungen der deutschen und sorbischen Schüler; das Kennenlernen der Sprache und Geschichte der anderen wird die Menschen einander näher bringen. Das wirkliche Verdienst der Anordnung war es, die Realisierung des langfristigen Programms der Nivellierung durchzusetzen, welche die allgemeine Bildung der Lausitzer Bevölkerung heben und ein besseres Gemeinschaftsgefühl der Landbewohner garantieren sollte. Auf dem 6. Bundeskongress vom 12. /26. 3. 1965 wurde Kurt Krjenc wiedergewählt. Neuer Säkretär wurde Jurij Gros. Beide organisierten vom 12. /26. 3. 1965 das erste, 1968 das zweite Festival der sorbischen Kultur. Mehr als 50 Veranstaltungen hat sich das Publikum ansehen können, bei denen man neue und alte Lieder, Tänze, Musikais und dramatische Werke vorgetragen hat. Dem Festival wohnte auch eine Delegation des Zentralkomitees der SED bei. Der Festredner betonte, dass sich Deutsche und Sorben in gemeinsamer und vorgesehener Lebensgemeinschaft befinden, "und die Sorben als Sorben solange leben, wie sie wollen." 13 Am 13. 10. 1969 erschien ein von dem Kollegium des Kultusministeriums analysiertes und bestätigtes Dokument: "Das Perspektivprogramm der sobischen Kultur". Der erste Teil das Programms versucht einen historischen Rückblick zu geben, und in prognostischen Zügen die Zukunft darzustellen. Die kulturell - materielle Entwicklung hat man auf die doppelte - auf die gesellschaftliche und nationale Bef reiung zurückgeführt. Die Zukunft liegt,dem Programm nach, beim Individuum, was es will: dadurch wird Ökonomie und Gesellschaft, Politik und Kultur bestimmt. Der zweite Teil umfasst die konkreten Aufgaben der Entwicklung der sorbischen Kultur, mit besonderer Berücksichtigung der Wichtigkeit der Planifizierung und Lenkung und zugleich des Erkennens und des Einbaus bzw. der Kritik der spontanen Vorgänge. Der dritte Teil des Dokuments beschäftigt sich mit den konkreten Formen der organisierenden, planenden, leitenden Tätigkeit der zentralen und der lokalen staatlichen Organe in der Entwicklung der sorbischen Kultur. Die Kenntnis der Grundsätze der "Leninschen Nationalitätenpolitik" und die Notwendigkeit des permanenten, nicht kampagnemässigen, konzeptionellen Vorhersehens obliegen allen Amtsverwaltern. All das wurde durch den 40. Paragraphen der Verfassung untermauert: indem der Staat die Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur bevorzugt, und die Bürger der DDR von sorbischer Nationalität das Recht zur Pflege ihrer Muttersprache und Kultur besitzen, und dazu materielle Unterstützung beanspruchen kännen.'^