Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Domonkos Illényi, Die Gestaltung der Position der sorbischen Nationalität in der DDR (1945-1975)

75 gebildet hatte. Diese Schule, die 10 Klassen besass, nannte man "polytechnische Oberschule" oder "sorbische Schule". Das Deutsche fungierte hierbei als zweite Muttersprache, als Sprache der Mathematik, der anderen naturwissenschaftlichen Fächer und der Polytechnik in der Oberstufe. Die Schulen des "B - Typs" sind auch spezielle zehnklassige erweiterte polytechnische Oberschulen, in denen ein Teil der Schüler von der 2. Klasse an dem sorbischen Unterricht auch teilnahm. Zum Unterricht brauchten aber die Pädagogen zentrale Einrichtungen, Organisationen, von denen die pädagogische Tätigkeit gefördert werden konnte. So kam die sorbische Sektion des Zentralen Deutschen Pädagogischen Institutes zustande, die die Zusammenstellung und den Vergleich der sich auf die beiden Schultypen beziehenden wissenschaftlichen Methodik, der Lehrpläne und Lehrstoffe als eigene Aufgabe betrachtete. Die Sektion wurde später ein Forschungsinstitut, das sich später mit pädagogischer Grundforschung, Nationalitätenpolitik, Unterrichtsmethoden der sorbischen Kultur und der Geschichte befasste. Eine praktische Aufgabe war die Sicherung der notwendigen Lehrbücher und Lehrhilfsmaterialien. 1954 wurde neben dem Verlag "Volk und Wissen" das Lektorat der sorbischenLehrbücher eingerichtet, der später.ab 1958, ein Teil des Domowina ­Verlags wurde. Seit 1946 existierte das sorbische Pädagogische Institut in Bautzen, wo man zweisprachige Kindergärtnerinnen, Lehrer, Lehrer der Fachrichtungen Sorbisch­Deutsch und Sorbisch-Russisch ausbildete. Die Jungendlichen, die Spezialisten, Lehrer, Naturwissenschaftler sein wollten, konnten ihre Studien an allen Einrichtungen, Hochschulen, Universitäten fortsetzen. Im Fall ihrer Heimkehr versuchte die Domowina o ihre Anpassung und Ansiedlung zu erleichtern. Die Verwaltungsreform von 1952, die aus den 5. Ländern der DDR 14 Verwaltungseinheiten, Bezirke; aus 132 Kreisen 217 neue Kreise machte, Hess die deutsch-sorbischen Territorien Cottbus und Dresden zu. Es ist anzunehmen, dass die ganze Lausitz aus volkswirtschaftlichen, sozialpolitischen und verwaltungstechnischen Gründen einen einheitlichen Bezirk nicht bilden konnte, obwohl der Verwaltungsapparat billiger gewesen wäre, die Zahl der Organisationen, der Beamten, der sorbischen Politiker nicht hätte verdoppelt zu werden brauchen. Mit der Zahl der Delegierten, die in die lokalen Volksvertretungsorganisatianen geschickt wurden, wuchs mithin die Zahl der Intelligenzler: Arbeiter und Bauern hatten nun unmittelbar Anteil an dem Vertretungssystem. Den administrativ territorialen Änderungen entsprechend gestaltete die Domowina die Kreisbünde um. Der territoriale Bund in

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