Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)
Domonkos Illényi, Zusammenhänge zwischen der Gesellschaftstheorie des Neoliberalismus und Neokonservatismus und seiner Friedensstrategie
50 Als Entwicklungsziel wird eine "grosse", "formierte" gesellschaftliche Schöpfung betrachtet, die für den Einzelnen vollständige wirtschaftliche Freiheit garantiert, wodurch er seine Fälligkeiten entfalten kann, in der Uniformiertheit und Gefühle der Eingeschlossenheit überwunden werden. Diese Richtung nahm auch wahr, dass in der Gesellschaft bedautende Veränderungen nach 1945 vonstatten gingen. Infolge des technischen Fortschritts änderte sich die Zusammensetzung der Arbeiterklasse. Der Anteil, der in der Schwerindustrie Beschäftigten sank, die Zahl der in Dienstleistungsbereichen Arbeitenden erhöhte sich, die Dimension der Mittelschicht wuchs heran... Daraus leitet man dann solche bekannten Schulussforgerungen ab, dass die Arbeiterklasse nicht existiert und dass die allgemeine Herausbildung einer Mittelklasse unter Leitung einer technisch vorbereiteten Elite schon die gesellschaftlichen Grundwidersprüche beseitigt hat. Es entstand also eine harmonische Gesellschaft, in der auch Spannungen existieren, die al>er entweder auf äussere Faktoren oder auf die Unbildung des Individuums zurückzuführen sind. Das erklärt das kategorische, fordernde Auftreten dem ehemaligen sozialistischen Weltsystem gegenüber und die eigene Deutung der Erziehungsrolle. Der neokonservativen Politoligie zufolge wird die Erziehung zum wichtigen Mittel bei der Stabilisierung des Systems, insofern lässt sich dem destabilisierenden Einfluss des wissenschaftlich-technischen Fortschritts mit Einübung der sogennante "Sekundärtugenden" entgegenwirken. Das wesentliche dieser verschwommenen Formulierung ist folgendes: die Bedingung für das Glück des Menschen in der modernen Gesellschaft ist die richtige Handlung. Die menschliche Tätigkeit erzielt nur dann gesellschaftsauf bauende Wirkung, wenn sich diese in die institutionalisierten Gegebenheiten der jeweiligen Herrschaftsordnung einfügt. Das trifft also an, wenn die persönlichen Interessen durch motivierte Verhaltensweisen mit den durch die Institutionen festgelegten Rollen zusammenfallen. Das Individuum kann mit der Praktizierung der "Sekundärtugenden" diese Rolle übernehmen: die Gehorsamkeit, die Disziplin, die Genauigkeit, im Besitz der Anpassung an die "Tugenden" . Die propagierten Ziele und Mittel wollen die auf Privateigentum beruhende Gesellschaft stärken, deshalb ist aus oben Gesagten folgende Schlussfolgerug abzuleiten: der Neokanservatismtis ist nichts anderes als die Abneigung gegenüber jeder Art gesellschaftlicher Veränderung - grundsätzlich die Ideologie des Staatus quo. "Diese ideologische Bewegung", so Horowitz, "hat sich nie darauf varbereitet, die Welt zu verändern, es gab keine auf die Zukunft übergreifenden Pläne, das ist das Ergebnis des Staatus quo, das Ergebnis der Bemühungen, die auf Erhaltung der Ordnung zielen."'