Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Domonkos Illényi, Das deutsche "fin de siécle": Gesellschaftstheorievon Georg Simmel

102 Resultate der Wissenschaften gekennzeichnet werden, der die Möglichkeiten einheitlicher Deutungen der Welt erforschte und durch die Abstraktion der Ergebnisse der Wissenschaftsbereiche zusammenzufassen versuchte. Die Geschichte war für Simmel nicht eine Wissenschaft, die die Rekonstruktion der konkreten singularen Erreignisse unternimmt, die von der Wirklichkeit der Fakten ausgeht und nach dem Fazit auch dorthin zurückkehrt. Die Geschichte preferiert vielmehr die Analyse des Hintergrundes, der psychophysischen und wirtschaftlichen Triebfedern und Motive der Geschehnisse, erforscht die Wurzeln der geschichtsbeeinträchtigenden Absichten, die hinter den Handlungskontexten stecken und bloss danach kommt sie zu den zeitlich einander folgenden Erreignissen zurück. Gemeinsam mit Heinrich Rickert, Wilhelm Dilthey und Benedetto Croce ist Georg Simmel als einer der hervorragendsten Denker der zweiten neohegelianischen Welle, auch der Vertreter der neuen Geschichtsphilosophie zu betrachten. Er übte womöglich nach unserer Beurteilurng den anhaltendendsten Einfluss auf die Gesellschaftstheorie aus, wo er, ähnlich wie Tönnies, die Untersuchung der Wechselwirkung unter den Einzelnen der Gesellschaft als eines der Objekte der Analyse betrachtet und damit war er auch imstande, der späteren kritischen Theorie und dem kritischen Rationalismus brauchbare gedankliche Ansätze und Anhaltspunkte zu geben. Seine wissenschaftliche Tätigkeit könnte mit gewissen Einschränkungen in vier Phasen eingeteilt werden: a) Unter der Wirkung des Evolutionismus-Organizismus von Darwin-Spencer forscht Simmel über den Gang und die Ursachen der gesamtgesellschaftlichen Veränderungen und Umstürze. Die an- und ausgehenden Punkte seiner Analyse sind nicht durch präfabrizierte Schemata gekennzeichnet, sondern er hat die in der Wirklichkeit vorhandenen Prozesse sich widerspiegeln lassen. In der Epoche veröffentlichte er "Das Problern der Soziologie", "Über soziale Differenzierung" und "Die Philosophie des Geldes" usw., wegen des letzteren fand am 15./16. März 1991, ein Internationales Kolloquium mit der Unterstützung vom soziologischen Institut der Eötvös-Lorand-Universität, des Goethe-Institutes in Budapest und des Gondolat­Verlags statt. Hier wurde von vielen unter anderem hervorgehoben, dass das Geld auch und zumal im modernen Zeitalter, Werte in sich kondensiert und sich damit den grossen Kulturmächten anschliesst, deren Wesen es ist, überall in einem kleinsten Punkt die grösste Kraft zu sammeln und vermöge der Form der Konzentrierung der Energien die passiven und die aktiven Widerstände gegen unsere Zwecke zu überwinden. "Hier ist vor altem an die Maschine zu erinnern und zwar nicht nur nach der auf der Hand liegenden Seite, nämlich dass sie die Naturkräfte in konzentrierter Weise in die Bahnen

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