Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1972. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 10)
samtheit sozusagen ..das tiefe Wesen des Erziehungsprozesses" bilden, so müssen sie Schritt für Schritt erkannt, geordnet, als Gesetz formuliert und in ein System gebracht werden. Gmurmans Hinweis darauf, daß sich das Eindringen in das Wesen pädagogischer Erscheinungen nicht im Studium positiver Erziehungsfaktoren erschöpft, sondern auch das objektiv Unmögliche herausfinden muß, ist nur zu berechtigt [16]. Die Rolle der äußeren und inneren Bedingungen Meines Erachtens sollten wir sowohl von allgemeinen pädagogischen Gesetzen und Gesetzmäßigkeiten (von der auf dem Pädagogischen Kongreß genannten Art) als auch von spezifischen Gesetzen und Gesetzmäßigkeiten des pädagogischen Prozesses sprechen. Diese zwei Arten von Gesetzen und Gesetzmäßigkeiten kann man aber keinesfalls nach ihrem ,,Sicherheitsgrad" unterscheiden. Natürlich muß der Lehrer weitere pädagogische Gesetze kennen, aber die richtige Handhabung der allgemeinen Gesetze und Gesetzmäßigkeiten gestattet es dem Lehrer erst, die „weiteren" pädagogischen Gesetze richtig einzusetzen, die Ziel-InhaltMittel-Methode-Relation richtig zu sehen und den pädagogischen Prozeß im Detail im Sinne der sozialistischen Zielstellung zu führen. Unter Prozeß verstehen wir zunächst einen Entwicklungsvorgang. Man erwartet oft — und natürlich ist das eine Illusion —, daß man auf den Menschen nur erzieherisch einzuwirken, den Erziehungsprozeß zu führen brauche, und schon werde er sich, zwar unterschiedlich, aber doch irgendwie in Richtung auf das gestellte Erziehungsziel ändern. Im Grunde glaubt man hier an die einfache Ursache-Wirkung-Relation und mißachtet die vielfältigen Wechselbeziehungen und inneren Mechanismen des pädagogischen Prozesses. Nun haben wir gelernt, nach der Ausgangssituation zu fragen, wenn wir Ursachen für pädagogische Wirkungen negativer oder positiver Art suchen. Wir fragen also nach den inneren Bedingungen, um die äußeren gemäß der Zielstellung, aber unter Beachtung der inneren Bedingungen zu gestalten. Geschieht das einigermaßen gründlich und allseitig, so gelingt es uns zumindest, die äußere Bedingung „Erziehung" in ihrer Wirksamkeit zu erhöhen — und darauf kommt es ja an. Die Psychologen fragen nach der psychologischen Ausgangssituation also den äußeren Bedingungen, um dann die inneren Bedingungen zu untersuchen und dem Pädagogen das Material, also gesicherte Erkenntnisse für seine Fragestellung zu bieten. Wenn es aber um Gesetzmäßigkeiten und Gesetze des pädagogischen Prozesses geht, müssen wir sowohl die äußeren Bedingungen (einschließlich der Erziehung) als auch die inneren Bedingungen betrachten, d. h. wir müssen den pädagogischen Prozeß als Widerstreit von äußeren und inneren Bedingungen sehen, wobei diese Widersprüche zum Teil objektiv gesetzt sind, zum Teil erst gesetzt werden müssen. Soweit stimmen wahrscheinlich Pädagogen und Psychologen zu. Das ist aber dann oft nicht mehr der Fall, wenn daraus die Konsequenz ab57