Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1972. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 10)

Erst eine solche Fragestellung ermöglicht die Erkenntnis, welche Gesetze des Kollektivs wirksam sind und welche nicht: Gesetz der Har­monie und Übereinstimmung von persönlichen, kollektiven und gesell­schaftlichen Interessen, Gesetz von der determinierenden Rolle gesell­schaftlicher und pädagogischer Perspektiven, Strukturgesetze usw. Will man exakt untersuchen, ob Schüler bereits über sozialistisches Gemeinschaftsbewußtsein und entsprechendes Kollektivverhalten verfü­gen. muß man nach Prüfung vorhandener Definitionen und Definitions­ansätze diesen Begriff und die Kriterien der entsprechenden Schüler be­stimmen. Diesen Kriterien ist dann erst quantitativ nachzugehen und schließlich ihre Richtigkeit wiederum nach Abschluß der Untersuchung erneut zu überprüfen. Bei solchen und ähnlichen Untersuchungen sprechen wir gegenwär­tig auch von Merkmalen (manchmal wiederum von Prinzipien). Nun geht die wissenschaftliche Erkenntnis davon aus, „daß Wesen und Erscheinung nicht unmittelbar zusammenfallen, und erblickt ihre Aufgabe darin, hin­ter den äußeren Erscheinungen ihr Wesen, ihre Hauptmerkmale zu ent­decken und dann zu zeigen, wie sich das Wesen auf der Oberfläche der Dinge darstellt" [13]. Es erfolgt also eine Gleichsetzung von Wesen und Hauptmerkmalen, das heißt, wenn wir Zusammenhänge zwischen wesentlichen Dingen. Sachverhalten und Prozessen, also zwischen Merkmalen, aufdecken, dann spüren wir Gesetze auf. Im Grunde umfassen viele der sogenannten Merkmale einer pädagogischen Erscheinung, beispielsweise des Kollek­tivs. bereits solche Zusammenhänge. Wir müssen gründlich prüfen, wel­che Merkmale pädagogischer Erscheinungen und Zusammenhänge objek­tiv wirkende Gesetze umfassen. Die Erziehung im und durch das Kollektiv ist eine Forderung, ein Grundsatz unserer Pädagogik, ein Merkmal der sozialistischen Schule — genau genommen ein Gesetz, das als solches etwa so formuliert werden könnte: Die Erziehung im und durch das Kollektiv sichert die optimale Entwicklung der sozialistischen Persönlichkeit. Es bleibt festzustellen: Wir haben viele pädagogische Gesetze und Gesetzmäßigkeiten längst aufgespürt, definieren sie aber häufig nicht als solche, wofür es eigent­lich keinehaltbare Begründung gibt. Daß dabei eine streng wissenschaft­liche Struktur der pädagogischen Begriffe, der Nachweis der Wechselbe­ziehungen zwischen den Begriffen, die Logik ihrer Zusammenhänge und wechselseitigen Übergänge anzustreben sind, die schließlich zu dem fäl­ligen neuen System der Pädagogik führen müssen, liegt auf der Hand. Es genügt natürlich nicht die bloße Umformulierung. Es ist dringend erforderlich, unsere pädagogischen Grundsätze und Merkmale daraufhin zu prüfen, inwieweit durch sie bereits Gesetze und Gesetzmäßigkeiten erfaßt werden. Das geschieht, indem wir zum Wesen der pädagogischen Erscheinungen vordringen, die „innere Bewegung des Objekts" erforschen. 53

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