Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1972. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 10)

hinterher erklären, warum die Menschen so gehandelt haben, sie soll auch vorher die Bedingungen erkennen, unter denen wirksame Erziehung und Bildung möglich sind. Der Mensch ist das höchstentwickelte, komplizierteste und entwick­lungsfähigste Wesen, das in vielfältigen, häufig schwer faßbaren Zu­sammenhängen lebt; er wird unter diesen Bedingungen erzogen und gebildet. Gemeinsam mit anderen Gesellschaftswissenschaften muß die Pädagogik Teil einer umfassenden Theorie der allseitigen sozialistischen Persönlichkeitsentwicklung sein. Bei der Herausarbeitung und Formulierung pädagogischer Gesetze wären deshalb folgende Aspekte besonders zu beachten: 1. Die Beständigkeit des „Zusammenhangs" zwischen Dingen, Er­scheinungen usw. ist in unserem Gegenstandsbereich dialektisch zu fas­sen, weil sich alle wesentlichen Bezugspunkte des Erziehungsprozesses ständig mehr oder weniger rasch verändern (also Erzieher, zu Erziehen­der, Gesellschaft bis zur konkreten erzieherisch wirkenden Umgebung). Die beständigen, oft als nicht so wesentlich betrachteten Bezugspunkte (Lehrmittel, Klassenausstattung usw.) müßten wir daraufhin überprüfen, ob sie wirklich unwesentlich sind beziehungsweise manches durch wissen­schaftlich-fundierte Arbeit wesentlich für die Erziehung wird, zum Bei­spiel äußere Ordnung, Gruppennormen, Einstellungsstereotype, gefestigte Lehrer-Schüler-Beziehung. 2. Erziehungsvorgänge vollziehen sich selten unter völlig gleichen, jederzeit wiederholbaren Bedingungen, obwohl sich der Zusammenhang einer ganzen Klasse von pädagogischen Erscheinungen in der Entwick­lung wiederholt. Es gibt relativ gleiche, ähnliche Bedingungen, Invarian­ten, die der Pädagoge kennen und nutzen muß. 3. Pädagogische Wissenschaft hat den pädagogischen Einzelprozessen innewohnende Tendenzen, Gemeinsamkeiten, hat allgemeine Zusammen­hänge aufzuspüren und zu verallgemeinern, das heißt, sie umfaßt unter anderem gesicherte allgemeingültige Erkenntnisse. Infolge der ständigen Veränderungen der pädagogischen Bezugspunkte (siehe 1.) gibt es keinen einfachen Nachvollzug pädagogischer Erfahrungen, sondern sie bedürfen zu ihrer Anwendung und Umsetzung eines großen Maßes an Schöpfertum der Pädagogen. Ein pädagogisches Besetz ist also ein objektiver, notwendiger, all­gemeiner und wesentlicher Zusammenhang zwischen erzieherisch bedeut­samen Dingen, Sachverhalten und Prozessen. Es bedarf zu seiner Wirk­samkeit der Tätigkeit des Menschen, der als Pädagoge besonders Schöp­fertum an den Tag legen muß. Einige Zusammenhänge im Erziehungsprozeß sind relativ beständig (Invarianten). Andere dagegen wechseln relativ rasch, da sich alle pä­dagogischen Bezugspunkte in ständiger, aber unterschiedlicher Verände­rung befinden. Eine pädagogische Gesetzmäßigkeit wäre demnach der Ablauf des pädagogischen Prozessen gemäß den ihm immanenten Ge­setzen, die nicht alle jederzeit explizite zutage treten. Wissenschaftlich abgesicherte Prinzipien sind bereits wieder ,,aus der Verallgemeinerung von Gesetzen und wesentlichen Eigenschaften der objektiven Realität 4* 51

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