Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1968. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 6.)

Makarenko vermittelt seinen Zöglingen neben „disziplinarischen Fer­tigkeiten stets auch die logischen Elemente der Disziplin". Er nennt sechs Grundsätze, die das disziplinierte Verhalten begründen. Sie sollen das Ver­halten jedes Kollektivmitglieds regeln. „Diese einfachen Richtlinien sollen allen Zöglingen — Kindern und •jugendlichen — zur Kenntnis gebracht werden, und zwar als Leitsätze, die keinerlei Zweifel aufkommen lassen. Sie müssen immer dann mit Nachdruck wiederholt werden, wenn im Kollektiv entgegensetzte Tenden­zen auftauchen. Diese Leitsätze werden wirkungslos sein, wenn sie nicht stets durch Hinweise auf Beispiele der Disziplin in unserer Gesellschaft bekräftigt und wenn sie nicht mit den Erfahrungen des Kollektivs selbst und mit ständiger Übung verbunden werden. Diese Erfahrung muß orga­nisiert werden" [9]. Dieser Hinweis Makarenkos bestätigt, daß Erfahrungen organisiert werden müssen, damit das Unterprogramm seine Funktionen erfüllt. Auch die Aktualisierung des Unterrichts hat der Herausbildung der Grundüberzeugungen zu dienen. Das ist deshalb möglich, weil sich alle aktuellen Ereignisse in das Unterprogramm einer Grundüberzeugung ein­fügen lassen. So kann an den Beispielen des Lohnabbaus, der Kurzarbeit und des Arbeitsplatzverlustes die menschenunwürdige kapitalistische Aus­beutung in Westdeutschland überzeugend dargestellt werden. Aktuelle po­litische Ereignisse werden damit zu einem wichtigen Mittel, um die Be­weisführung für die Richtigkeit einer Grundüberzeugung zu erweitern. Dabei ist zu beachten, daß mit der Auswertung aktueller politischer Ereig­nisse, eine für den Schüler erkennbare Zuordnung zu bestimmten Grund­überzeugungen erfolgen muß. ZUSAMMENFASSUNG In der vorliegenden Arbeit wird zunächst versucht, den Begriff „Uberzeugung" zu definieren. Dabei wird gezeigt, wie Aussagen der Weltanschauung, Politik und Ethik in Normen des weltanschaulichen, politischen und moralischen Handelns und Verhaltens der sozialistischen Persönlichkeit umgewandelt werden. Es wird nach dem Ansatzpunkt für die Planung der sozialistischen Erziehung gesucht. Dabei wird festgestellt, daß die planmäßige sozialistische Bewußtseinsbildung von sogenannten Grundüberzeugungen ausgehen muß. Einige der wesentlichen sozialistischen Grund­überzeugungen werden angeführt. Ein weiterer Abschnitt der Arbeit befaßt sich mit der Frage, durch welche Elemente der parteiliche Unterricht gekennzeichnet wird. Es wird gezeigt, daß ein wesentliches Element des parteilichen Unterrichts — die Bewertung — oftmals vernachlässigt wird. Aber gerade die Bewertung ist ein entscheidendes Element bei der Entwicklung von Überzeugungen. Ferner zeigt der Verfasser, wie der Identifizierungsprozeß vom Lehrer gelenkt werden kann. Zum Schluß wird noch einmal die Problematik der Erziehungsplanung abgehandelt. 28

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