Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1968. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 6.)
Eine solche Fragestellung fordert noch nicht zur politischen Auseinandersetzung auf. Auch hier muß der Lehrer das entscheidende Element des parteilichen Unterrichts erst einfügen. Es genügt also nicht, im Unterricht nur Aussagen und ihnen entsprechende Beweisführungen zu vermitteln und vom Schüler aneignen zu lassen. Das entscheidende Element des parteilichen Unterrichts ist die Bewertung von Aussagen, Theorien, Erscheinungen und Sachverhalten der objektiven Realität vom Standpunkt der Arbeiterklasse , von der Position des Marxismus —Leninismus. Die Bewertung setzt objektive Bewertungsmaßstäbe voraus. Das können philosophische, politische oder auch ethische Aussagen sein. In der Regel können solche Bewertungsmaßstäbe erst benutzt werden, wenn sie dem Schüler bekannt sind. Die Forderung, die politischen Potenzen des Lehrstoffes wirksam werden zu lassen, ist nicht so zu verstehen, daß man abwarten kann, bis sich eine entsprechende Gelegenheit von selbst anbietet. Das gewährleistet keine kontinuierliche ideologische Erziehung. Die planmäßige sozialistische Bewußtseinsentwicklung der Schüler wird nur garantiert, wenn der Lehrer die weltanschauliche politische und moralische Erziehung planmäßig vom Erziehungsziel her in den Unterricht hineinträgt. Zum Zeitpunkt, da die genannte Erzählung Gorkis behandelt wird, sind die Schüler bereits seit einem Jahr Thälmann-Pioniere. Deshalb könnte das 6. Gesetz der Thälmann-Pioniere zu einem Bewertungsmaßstab erhoben werden. Es heißt: „Wir Thälmann-Pioniere lieben die Arbeit, achten jede Arbeit und alle arbeitenden Menschen. Wir lernen von den Arbeitern, Genossenschaftsbauern und den anderen Werktätigen und bereiten uns darauf vor, in der modernen Produktion zu arbeiten, um jede gesellschaftlich notwendige Arbeit zu leisten. "Wir schützen das Volkseigentum. Wir packen schon heute bei jeder Arbeit für die Allgemeinheit mit zu, wo immer es auf unsere Hilfe ankommt." Die Aufgabenstellung an die Schüler würde dann lauten: 1. Bewertet die Handlung der beiden Freunde von der Forderung dieses Pioniergesetzes her! 2. Bewertet die Haltung und die Ansichten des Laternenanzünders aus dieser Sicht! 3. Bewertet das Verhalten des Klassenkollektivs und zieht Schlußfolgerungen für das eigene Verhalten! Mit der letzten Forderung wird ein weiteres Element der Erziehung zu einem festen Klassenstandpunkt eingeführt. Die Bewertung sollte immer mit Schlußfolgerungen für das kollektive und individuelle Handeln verbunden werden. Nur so kann die Aussage zu einer Überzeugung werden, die das Handeln reguliert. Ein weiteres Beispiel aus dem Mathematikunterricht soll unser Anliegen verdeutlichen. Bei der Prozentrechnung ist es beispielsweise möglich, konkrete Zahlenwerte über die Arbeitsproduktivität in einem benachbarten Betrieb zu verwenden. Das errechnete Ergebnis könnte sodann von den Anforderungen des Volkswirtschaftsplanes her bewertet werden. Damit erfährt der Schüler, welche Aufgabenstellung der Volkswirtschafts23