Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)
DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II
42 Domonkos Illényi nicht zu verziehen, bis jemand ihre Scharade nicht zu entfádeln vermochte: was ware es, das zunáchst auf seinen vieren, dann auf seinen zweien und endlich seinen dreien geht... Niemand kannte die genaue Antwort. Zu guter Letzt kam ein Wanderer vorbei, der das Wesen entrátselte: der Mensch geht zunáchst auf seinen vieren, dann seinen zweien, und gealtert sich auf Stock stützend. Worauf weist die Kurzgeschichte hin? — Der Massstab aller Dinge sei der Mensch, aber die Dinge besitzen auch ihre Selbstmassstábe, wobei der Mensch selber hinter jedweden Phánomenen steht, mit seiner Vernunft und seiner Fertigkeit, durch die das „Rátsel" geschaíFen, wahrgenommen und gelöst wird. Das heisst, der Mensch fáhig sei, die schwierigsten historischen Gebilde zu deuten. 8 In unserer Analyse ist das Wesen des Problems der Aufschluss solch eines Systems, das die Zivilisationsleistung der Menschheit zur Verwirklichung eines diabolischen Zwecks zu wenden versuchte, zunáchst implizit dann mit seiner OfFenheit und einem Elan, der Zig-Tausende in HofFnungslosigkeit jagte. Wohl empfand Walter Benjamin nach der Machtergreifung, dass sie einer der möglichen historischen Wandel war, als Folge der spezifischen deutschen Feldlinien der gesellschaftlichen Komponente, und als solche — historische Gegebenheit einer bis 1933 noch in Deutschland unerprobten Ideenstömung, als letztes Heil seine Sendung kündete, um Balsam in die Wunden einer unglücklichen Generation der Zwischenkriegszeit einzuflössen. Die Machtergreifung bestárkte und leitete den Mythos des Führers weiter, der konkrét ab etwa 1925 ohne Widerpart, Widersacher seine Gefolgschaft organisierte. Durch die Weltwirtschaftskrise lief der entwickeltere Teil der Welt Gefahr, zu einer zuvor nie gekannten Form des gesellchaftlichen Desasters einer etablierten Produktions — und Lebensweise geworden zu sein. Jeder Staat versuchte aus der Sackgasse des allgemeinen Debakels durch ihm eigene Methoden herauszukriechen. Einige hatten eine gesellschaftliche Befriedung durchs Programm von J. M. Keynes, andere durch die Einbeziehung des kolonialen Vermögens, oder aber durch die Mobilmachung der sozialdemokratisch-liberalen inneren Kráfte gekündet. In Deutschland suchten die Vertreter der Harzburger Front (1931) durch den Führer der NSDAP und ihre Organisationen eine Art „Zweifrontenkrieg" zu führen: sie schmetterten eine „Stabilisierung" russischen Stils, aber auch eine parlamentarische Wurstelei westlichen Typs ab, die der deutschen Führungsschicht und auch den totgejagten Wáhlern der Weimarer Republik nicht mehr gerecht werden konnten. Die Schaukelpolitiker der Front íurchteten aus dem russischen Regen in die angelsáchsische Traufe geraten zu werden. Eigenartiger „deutscher Weg" zeitigte die Etabherung eines