Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1994. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 22)

Louis Baudin: Eine Lehre der Geschichte Das Peru der Inkas

Der Inka durfte auf sein Werk stolz sein. Er hatte den Schwung gebrochen, diese Naturkraft, die bei dem freien Manne der Pampas und der Llanos auf einmal durch die Passivitat durchbrechen kann und der Lebensart einen ruckartigen Rhythmus verleiht Er zwang seine Untertanen, glücklich zu sein", schreibt ein Historiker des 18. Jahr-hunderts - aber können wir das Glück nennen: diese Schláfrigkeit des Geistes, diese Verleugnung des Willens, diese Flucht vor dem Leben? Mit dem Neid war zugleich auch der fruchtbare Ehrgeiz verschwun-den, mit dem Stolz die Würde, mit dem Geiste der Auflehnung die Erfindungsgabe. Der Bewohner des Hochplateaus in den Anden hatte das Denken nicht nötig, die Elite dachte für ihn. Wie sollten solche Automaten sich auch nur einen gewissen Unternehmungsgeist erhal-ten, wenn sie nicht einmal das Recht hatten, ein Gericht nach eigenem Wunsch zu kochen? Wie sollten sie sich noch um irgendwelche Vor-sorge bemühen, wenn der Staat selbst das Unvorhergesehene noch einzuberechnen schien, indem er ungeheure Reserven anlegte? Der Chronist sollte sich nicht wundern, wenn er feststellt, daB der Indianer nicht daran denkt, einen neuen Anzug anzufertígen, solange der seine noch nicht völlig zerlumpt ist Der Wirtschaftler ist kein Moralist Man kann aber wohl doch mit der Feststellung schlieBen, daB der Inka eine Sklavenmentalitat ge-formt hat und daB diese Feststellung genügt, um dem ganzen System das Urteil zu sprechen. 41

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