Diakonia - Evangélikus Szemle, 1993
1993 / 1. szám - Summary, Aus dem Inhalt
80 DIAKGNIA Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Die Studien der vorliegenden Nummer umkreisen das Thema Information- Manipulation aus der Sicht der allgemeinen Informationstheorie, Semantik, Theologie, Presseethik, Psychologie, Kunst und Biologie bis hin zur praktischen, visuellen Mitteilung der biblischen Information. Der Pfarrer und Theologiedozent András Csepregi befaßt sich mit dem universalen Anspruch der biblischen Botschaft als Grundmaterial der Information. Die Bibel ist nicht unabhängig von dem geistigen Medium zur Zeit ihrer Entstehung, erhebt sich aber über dieses, indem sie nicht einfach ein „religiöses Buch” ist, sondern ein wahres „religionskritisches Dokument”. Sie enthält Informationen, die auf die gegebene Zeit reagieren, ihr entsprechen, ihre Kompliziertheit widerspiegeln, zugleich aber auch die Unterschiede der biblischen Autoren und ihrer Absichten. Bei der Deutung der biblischen Botschaft sind also Fundamentalismus wie humanistischer Relativismus zu vermeiden. Der Redakteur der oppositionellen Wochenzeitung BESZÉLŐ Sándor Révész umgeht die Falle der Aktualpoliti- sierung, obwohl er sich mit einem Reizthema der Öffentlichkeit beschäftigt, mit der Unabhängigkeit der demokratischen Medien und dem Wesen der Pressefreiheit. Die demokratische Mas- senkommunikation sei eine unversie- gende Konfliktquelle, da auch die Demokratie selbst ein ständiger Vervollkommnungsprozeß sei. Gefahren seien „Populisierung” und „Naivisierung” sowie die Neigung, das Leben nach dem Schema von Sportwettkämpfen zu schildern, statt wirklich wesentliche Fragen aufzuwerfen, wozu die Presse fähig sei. In seinen Erwartungen an die Zukunft (Unparteilichkeit) illusionslos, glaubt er unerschütterlich an die langfristige Wirksamkeit der „Fairness Doctrine”. Herausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Redakteur: D. Imre Veöreös Stellvertretender Redakteur: László Bízik Schriftleitung und Verlag: H—1447 Budapest Postfach 500 Erscheint viermal jährlich. Bestellung an die obige Adresse. Abonnement pro Jahr: 720,— Forint. Die bekannte Psychologin der Landesanstalt für Nerven- und Geisteskrankheiten Emőke Bagdy nennt es eine Til- lichsche „ontologische Realität”, wie sich Symptome zu Nachrichten, nonverbale Mitteilungen zur metakommunikativ geschehenden Enthüllung formen. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie der Rolle von Auge, Blick und Blickkontakt, den „Toren der Seele”. Mit umfassenden kulturgeschichtlichen und erschütternden klinischen, ja sogar mit semantischen Argumenten ermuntert sie unser aller Psyche zum „Seinsmut”. Die Biologin Edit Kézdy schreitet wissenschaftlich elegant über das Philosophendilemma Determinismus-Indeterminismus hinweg. Sie verweist auf die wichtige Rolle des „Fehlers” in der Natur des Erbmaterials DNS und auf die Individualität des Menschen, der fähig sei, sich gegen die Rolle als „Uberlebensmaschine” auch zu erheben, weil die genetische von der wachsenden Hirninformation (extragenetisch) und sogar der „extrasomatischen” Information abgelöst wurde — vom gebauten Stein über das Buch bis zur CD. Dadurch vermag der Mensch sich mit fürs Überleben so überflüssigen Dingen wie Kunst, Spiel, Wissenschaft und Religion zu beschäftigen. Der Pfarrer und Operateur János Sámuel Győri interpretiert im Grunde die Paulus-Definition „Glaube kommt aus dem Hören”, wenn er die Funktion von Sehen und Sehenlassen bei der Weitergabe der biblischen Botschaft untersucht, die effektiver, subjektiver und exemplarischer sind als die sonstigen Informationen. Von der Sünde über die Erlösung bis zur Seligwerdung stellt er alles ins Koordinatensystem der Vi- sualität vom „undeutlichen Sehen im Spiegel” bis zum Sehen „von Angesicht zu Angesicht”. Außerdem bringen wir das vollständige Inhaltsverzeichnis in englischer und deutscher Sprache.