Diakonia - Evangélikus Szemle, 1993

1993 / 3. szám - Summary, Aus dem Inhalt

80 DIAKONIA Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Das Hauptthema vorliegender Nummer heißt: „Die Kirchen nach der System­wende”. Es könnte auch „während des Systemwechsels” lauten, ist diese Um­wandlung doch ein langer Prozeß, von dem erst vier Jahre hinter uns liegen. Pfarrer Tamás Fabiny erinnert an die Aufbauarbeit der aus ihrer Gefan­genschaft heimkehrenden Juden als Parallele zum Ende der neuen babylo­nischen Gefangenschaft der osteuro­päischen Kirchen. Der Zeitpunkt der wirklich wichtigen Veränderung ist wegen der vielen Vorzeichen schwer zu fixieren. Solche Zeichen sind viele eigenständige Organisationen in der Kirche: Freundeskreis Lajos Ordass, Evangelischer Jugendverband Ungarns, Christlicher Jugendverein, Bewegung Evangelischer Christen für das Evange­lium, Diakonissenausbildung. Luther­bund und Verein für Äußere Mission. Ist Demokratie in der Kirche be­rechtigt? — fragt Ingenieur Zoltán Ko- czor, Laienmitglied der evangelischen Synode. Sie ist kein theologischer Beg­riff, doch die wirksamste Methode zur Behandlung der Glieder und Meinun­gen einer Gemeinschaft. Demokratie­mangel führt auch in der Kirche zu Funktionsstörungen und mangelnder Glaubwürdigkeit, was gerade in der evangelischen Kirche mit ihren demok­ratischen Traditionen nicht notwendig wäre. Der Autor betont schließlich die diesbezügliche Verantwortung der Sy­node. Ein unvoreingenommenes Bild vom Verhältnis zwischen Gesellschaft und Kirche erhalten wir nur durch den Blick in einen von nicht-kirchlichen Persönlichkeiten vorgehaltenen Spiegel. Zu diesem Zweck suchte die bekannte Radio-Reporterin Zsófia Mihancsik einige namhafte und angesehene Per­Herausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Redakteur: D. Imre Veöreös Stellvertretender Redakteur: László Bízik Schriftleitung und Verlag: H—1447 Budapest Postfach 500 Erscheint viermal jährlich. Bestellung an die obige Adresse. Abonnement pro Jahr: 720,— Forint. sönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf. Der Ästhet Péter Balassa kennzeich­net die heutige Kirche so: sie habe ihre alten Ängste und ihre erzkonservative Theologie noch nicht überwunden. Beim Vergleich der ungarischen Lage mit der anderer Länder (z.B. Polens) stellt er fest, bis zur Erneuerung der Kirche gebe es noch viele Kämpfe, ebenso wie bis zur echten Unabhängig­keit von der jeweiligen Staatsmacht. Seiner Meinung nach gehört die Zu­kunft der in kleinen Gemeinschaften lebenden und mit jedem dialogfähigen Kirche. Die Philosophiehistorikerin Mária Lu- dassy bedenkt nicht nur die Kirche vor der Wende, sondern auch die heutige mit sympathischer Kritik, vor allem jene Äußerungen, mit denen sie ihre Ansicht auf die ganze Gesellschaft übertragen will, seien diese moralischer (Abortus, Religionsunterricht) oder ins­titutioneller (Rückgabe kirchlicher Schulen und Einrichtungen) Art. In der Tradition jesuanischen Nonkonformis­mus und lutherischen Protestes muß der Versuchung weltlicher Machtbe­strebungen entgegengetreten und müs­sen die zeitbeständigen Werte mit Augenmaß vertreten werden. Die einzige „kirchliche” Persönlich­keit unter den Befragten ist der Orgel­künstler und Politiker Árpád Fasang jun,. von Beginn an aktiver Teilnehmer der Veränderungen in der Kirche. Frü­her litt sie am übertriebenen Konfor­mismus, heute wagt sie in ihrer Ver­störtheit nicht, zu öffentlichen Fragen Stellung zu nehmen, und nimmt z.B. auch beim Religionsunterricht einen zwiespältigen Standpunkt ein. Außerdem bringen wir das vollstän­dige Inhaltsverzeichnis in englischer und deutscher Sprache.

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