Diakonia - Evangélikus Szemle, 1992

1992 / 4. szám - Summary, Aus dem Inhalt

80 DIAKONIA Lutherische Rundschau Aus dem Inhalt Das Hauptthema dieser Nummer ist die Minderheitenfrage, die von vielen Sei­ten her betrachtet wird. Die Studien befassen sich teils allgemein mit der Problematik und Herausforderung, als Minderheit zu leben, teils — nüchtern und engagiert — speziell mit der Lage einer Minderheit. Der Gerontologe und Schriftsteller Alaine Polcz beschreibt aus persönli­cher Erfahrung seine bedrückenden und zugleich stärkenden Erinnerungen an das einstige Schicksal Siebenbürgens. Kritisch und selbstkritisch sucht er den Weg zwischen ererbtem Verteidigungs­reflex und bedingungsloser Assimila­tion. Dabei kommt er zu verallgemeine­rungsfähigen Feststellungen, denn der Imperativ „paß dich an, aber ohne Selbstaufgabe” und die Erfüllung des Gebotes der Aufnahme und des Akzep­tiertwerdens schützt sowohl vor der Arroganz der Mehrheit als auch vor der Abkapselung der Minderheit. In ihrer Eröffnungsrede der Freien Universität Europäischer Protestan­tischer Ungarn begrüßt die Präsidentin des ungarischen Schriftstellerverbandes Anna Jókai die ungarischen Intellek­tuellen Westeuropas aus Anlaß ihrer ersten Sitzung in Ungarn. Diese groß­artige Initiative begann vor 23 Jahren, eigentlich aber schon, als nach dem Zweiten Weltkrieg und 1956 ein ständi­ger Strom von „Dissidenten” Ungarn verließ und die besten von ihnen sich als Minderheit in den westlichen Ge­sellschaften berufen fühlten, Ungar zu bleiben. Während sie statt unser und für uns die Stimme erhoben, dienten sie ganz Europa als Bereicherung der Menschheit. Heute, wo Ungarn immer mehr einem großen Hyde-Park gleicht, hat es die weise und kulturierte Vertei­digung geistiger Werte wahrlich nötig. Der Physiker Dr. Jenő Sólyom, Laien­inspektor der lutherischen Kirche, analysiert die Minderheitensituation der Lutherischen. Schon die Christen sind Herausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Redakteur: D. Imre Veöreös Stellvertretender Redakteur: László Bízik Schriftleitung und Verlag: H—1447 Budapest Postfach 500 Erscheint viermal jährlich. Bestellung an die obige Adresse. Abonnement pro Jahr: 560,— Forint. eine Minorität in der Welt, um wieviel mehr dann die Lutheraner. Nach einem Überblick über die statistischen Beri­chte des LWB folgert er aus den prin­zipiellen und praktischen Ungenauig­keiten der ungarischen Kirchenstatisti­ken ein dramatisches Sinken der See­lenzahl trotz des Trends zunehmender Kasualien. Lutheraner mit echtem Ge­meindekontakt, die auch an den Auf­gaben teilnehmen (ca. 250 000), sind nur die Hälfte der „statistischen” Wahr­scheinlichkeit. Den zahlenmäßigen Rückgang gleicht nur das positive Be­kenntnis der ihren lutherischen Glau­ben kennenden und bewußt lebenden Mitglieder aus. Die traditionelle Siedlungsform der Zigeuner in Ungarn bildete sich an den Rändern und Enden der ungarischen Dörfer heraus. Was aber geschieht, wenn die eingesessenen Ungarn eines kleinen Dorfes fortziehen und ihre Häuser ausschließlich von Zigeunern gekauft werden? Was hilft und schadet ein spezielles dörfliches Zigeuner-Getto, das langsam fast alle Kontakte zur wei­teren Gesellschaft verliert? Dies besch­reibt der Soziologe (UCLA) Dr. Iván Szelényi am Beispiel der Zigeuner-Mik­rogesellschaft des Dörfchens Csenyéte zum erheblichen Nutzen auch der brei­teren Gesellschaft. Vier Jahre hindurch erschien die Se­rie „Der Farbenreichtum des Neuen Testaments” vom Redakteur der Zeit­schrift D. Imre Veöreös, die nun mit dem Buch der Offenbarung beendet wird. Den spezifischen Eigenheiten der einzelnen Bücher nachgehend, zeigte der Autor ihr gemeinsames Zeugnis von dem gekreuzigten, auferstandenen und verherrlichten Jesus Christus auf und stellte dabei fest, daß das Neue Testa­ment das am meisten ökumenische Werk ist. Außerdem bringen wir das vollstän­dige Inhaltsverzeichnis in englischer und deutscher Sprache.

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