Diakonia - Evangélikus Szemle, 1987
1987 / 2. szám - Summary, Aus dem Inhalt
96 Diakonia, Aus dem Inhalt Lutherische Rundschau Bischof Gyula Nagy würdigt in seinem Nekrolog Bischof Zoltán Káldy, den Gründer umd ersten Vorsitzenden des Hedaiktionskomitees unserer Zeitschrift, der, Kind einer kleinen Dorfpfarre, seine Laufbahn als Präsident des Lutherischen Weltbundes beendete. Die Charakteristiken seines Le- benswerikes siehit der Verfasser des Nachrufes vor allem in seinem persönlichen Christus-Glauben, der Kraft seiner Wortverkündigung, in seiner „diakonischen Theologie”, seiner Pressetätigkeit sowie in seinem Wirken zugunsten der Beziehungen der Kirche zur neuen ungarischen Gesellschaft, der internationale Annäherung der Kirchen, der friedlichen Zukunft der Welt und einer gerechten ökonomischen und gesellschaftlichen Ordnung. Als Meditation dient Walter Lüthis Predigt über Jesus’ Rede vom Sauerteig, die — gehalten bei seinem Un- garnaufenthalt 1947 — seither nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat. (Basler Predigten. 13. Jg., Nr. 3, Basel 1947) Der Verfasser einer meditativen Studie über Gedichte mit göttlichem Bezug Attila Józsefs (1905—1937), eines der größten ungarischen Dichter des 20. Jahrhunderts, ist der Biaristen- provinzial und Literaturhistoriker István Jeleníts. Auf der Basis der neuesten kritischen Werkausgabe befragt er die Gedichte und Bände, wie sich die Gottesbeziehung des tragisch endenden Dichters gestaltete. Die Schlußsätze dieser tiefschürfenden Studie lauten: „Als Gott (’im Strom des Nichts’) von ihm fortgerissen worden war, vertraute er unverändert auf die Diebe: er erhoffte von ihr nicht nur vergänglichen Trost, sondern Erlösung, Geburt zu einem neuen Menschen; eine Lösung, die aus dem Zwang der Vergänglichkeit heraushebt (...) Aber ist die Liebe nicht ein anderer Name für Gott?” Kardinal Péter Pázmány, Erzbischof von Esztergom — dessen 350. TodesHerausgegeben von der Lutherischen Kirche in Ungarn Verantwortlicher Schriftleiter: Dr. Gyula Nagy Schriftleiter: Imre Veöreös Schriftleitung und Verlag: H—1088 Budapest, Puskin u. 12. Erscheint zweimal jährlich. Bestellungen an obige Andresse. Abonnement pro Jahr: 130,— Forint. tages wir gedenken — kennt die öffentliche Meinung als Führergestalt der ungarischen Gegenreformation, und die Protestanten pflegten nur seine Sprachgewalt anzuerkennen. Der Historiker István Nemeskürty belegt mit Zeitzeugnissen, daß Pázmány mit seinem Lebenswerk dem gesamten Ungarn gehört. Imre Wellmann, Doktor der Geschichtswissenschaften, verfolgt in seinem Beitrag, wie sich der Westen zur türkischen Besetzung Ungarns nach der Niederlage bei Mohács 1526 150 Jahre hindurch verhielt. Mit dem Fall von Buda war Mitteleuropa bedroht, doch wurde außer einzelnen Versuchen niohts gegen die Osmanen unternommen. Als der Türke 1683 zur Eroberung Wiens ansetzte, wurde Buda wiederum zur Sache Europas, und 1686 eroberten die protestantischen Brandenburger und Sachsen vereint mit Freiwilligen aus ganz Europa sowie ungarischen Heiducken und Husaren die Stadt zurück. Der Elektroingenieur Péter Vankó untersucht in seiner ausführlichen Studie, wie die großen physikalischen Erkenntnisse unseres Jahrhunderts das theologische Denken beeinflussen könnten. Besonders die philosophische Deutung der Quantenmechanik zeigte den Physikern, daß die naturwissenschaftlichen Thesen nicht mit der Wirklichkeit identisch, sondern ihre Symbole sind — Symbole wie auch die Theologie, die religiösen Wörter und Behauptungen. Der Autor überträgt das heutige Verständnis von Raum und Zeit auf religiöse Fragen wie nach dem Aufenthaltsort Gottes, nach Gottes Reich oder nach dem Bittgebet. Die physikalische Erfahrung der Komplementarität wiederum ermutigt, auch über die Wirklichkeit, den Menschen und Gott in paradoxen, komplementären Begriffen zu denken. Außerdem bringen wir das vollständige Inhaltsverzeichnis in englischer und deutscher Sprache.