Magyar külpolitika, 1931 (12. évfolyam, 1-12. szám)

1931 / 12. szám - Über die ungarisch-bulgarische geistige Zusammenarbeit

december M4GVAR KÜLPOLITIKA 11 HUNGÁRIA LLOYD ^ llber die ungarisch-bulgarische geistige Zusammenarbeit Von Dr. Zoltán Szende Sekretár der Ungarisch-Bulgarischen Kommission für geistige Zusammenarbeit Die geistige Zusammenarbeit JVachkriegseuropas wird in gleicher Weise von einer Anzahl, auf gewisse einander náherstehende Völker und Kulturen be­schránkten Unterströmungen beherrscht und getra­gen, wie es in der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Fali ist. Intellektuelle Regio­nalismen dürfen demnach als ebenso berechtigt ange­sehen werden, wie politische oder wirtschaftliche, von welcben sie oft bestimmt werden. Die ungarisch­bulgarische geistige Zusammenarbeit muss von diesem Gesichtspunkt aus beurteilt werden. In der Ausgestaltung geistiger Regionalismen standén dem Ungarn der Nachkriegszeit gewaltige Leistungen bevor. Nach seiner in der gewesenen Dop­pelmonarchie innegehabten Unabhangigkeit in inneren Angelegenheiten, mussten nunmehr auch jene exter­ner Natúr erlangt, die ungarischen kulturellen Be­ziehungen mit dem Auslande ganz neu geschaffen werden. Diesem Zweck dienen die durch den ehem. ungarischen Kultusminister Prof. Dr. Gráf Kuno Klebelsberg, ins Lében gerufenen ungarischen Stu­dieninstitute (Collegium Hungaricum) in Wien, Ber-, liri, Rom, und eine Reihe Stipendien für London Oxford, Aberdeen, Münster, Genf und Paris bis zur Errichtung der auch in diesen Studienzentren geplan­ten ungarischen Institute. Nebst diesen Instituten, die ausser der Heran­bildung der jüngeren ungarischen Forschergeneration auch die rezeptive Verbindung der betreffenden Kul­turen mit jenen Ungarns gewáhrleisten, handelt es sich bei der ungarisch-bulgarischen geistigen Zusam­menarbeit um eine intellektuelle Verbindung emanie­render Natúr. Im uns rassenverwandten jungen bul­garischen Volk, das gleich dem ungarischen so oft für seine Freiheit zu kámpfen hatte, besitzt Ungarn aufrichtige Freunde, die manches aus Ungarn über­nehmen üríti für ihre eigenen Zwecke nutzbar machen. Die bulgarischen Turnlehrer werden zur Weiterbil­dung mit Staatsstipendien an die Budapester Hoch­schule geschickt. Der in Ungarn nach dem Kriege vorherrschende neobarocke Baustil gelangte alsbald auch in Sophia zu durchgreifender Anwendung. Und mit ganz besonderer Freudé wurde es in Bulgarien begrüsst, dass die bulgarische Urgeschichte durch die seitens des ungarischen Professors Géza Fejér über ein Jahrzehnt betriebenen Ausgrabungen ganz neue wissenschaftliche Grundlagen erhielt. In Prof. Fejér wurde dem ersten Auslánder die Ehrung zuteil, für seine wissenschaftlichen Verdienste mit einem bulgarischen Nationalgeschenk im Betrage von 1,000.000 Léva (ca. P 40.000.-) belohnt zu werden. Die Ungarisch-Bulgarische Kommission für geis­tige Zusammenarbeit hat sich nun zuíri Ziele gesetzt, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern, welche bisher bloss gelegentliche Ergebnisse gezeitigt habén, zu einer planmássigen geistigen Zusammenarbeit auszugestalten. Dieser Zweck wird von uns in drei Richtungen verfolgt: Um Bulgariens Vergangenheit, und Gegenwart in der ungarischen öffentlichkeit allgemein bekannt zu machen, werden zunáchst in den Provinzzentren des Landes, im Wege der dortigen Volkshochschulen, bulgarische Feierlichkeiten unter Mitwirkung der Ungarisch-Bulgarischen Kommission veranstaltet. Sie hatten bisher schönsten Erfolg und wármsten Beistand seitens sámtlicher ungarischen Behörden. In Miskolc, dem Zentrum des nordungarischen Industriereviers war z. B. bei unserer Ankunft alles mit ungarischen und bulgarischen Fahnen geschmückt, am Bahnhof wurde die bulgarische Hymne gespielt und am Erker des Rathauses entboten uns sámtliche Liedertafeln der Stadt unter einem Aufzug von Lampionen eine Serenade. In Bulgarien habén sich gleichfalls Aus­schüsse für die Zusammenarbeit gebildet, und sollen durch Vortrage unserer Kommissionsmitglieder ergánzt werden. Prof. Fejér wurde bereits früher die Schaffung eines Balkan-Institutes an einer der vier ungarischen Universitáten angeboten, was die Kommission eben­falls weitestgehend propagieren wird. Und schliesslich soll — laut einem Gedanken des Schreibers dieser Zeilen — die ungarisch-bulga­rische Zusammenarbeit durch die Einschaltung Bul­gariens als viertes Mitglied in den intellektuellen Regionalismus .der finnisch-ugrischen Völker: Un­garn, Finnland und Estland gestárkt werden. Eine gesteigerte geistige Zusammenarbeit öffnet ihnen neue Wege, um die Aufmerksamkeit des Welt­gewissens ihren, der Lösung harrenden Problemen naherzubringen. Industriali e Commercianti Partecipate e v i s i t a t e il piü grandé Mercato D'ltalia

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