VJESNIK 21-22. (ZAGREB, 1920.)

Strana - 304

304 kehrt sind, muss ich, nachdem ich bessere Auskunft erhalten hatte, in etwas widersprechen. Nicht die Betscharen Truppen sondern die Einwohner aus Belgrad)- und der 3 Distrikte, Semendria, Belgrad und Schabatz, welche die Reserwe bildete, sind auf Befehl des Georg Cerny entlassen worden. Die eigentlichen Betscharen Truppen aber stehen noch immer an den Gränzen von Serbien und halten die an den Pässen oder Strassen schon im vorigen Jahre und der auch heuer bei Deligrad abgeworfenen Batterien und Redouten scharf besetzt. Nachrichten aus Moldau. Ein mir aus Jassy unter 5. dieses zugekommener Brief sagt, dass der Friede mit Russland und Türkey bereits geschlossen und von den dazu Bevollmächtigten Herrn Staatsrathen Generalen von Lazkarof und Gahleb Effendy ratificirt worden sey, diesem zufolge soll die russisch-kaiserliche Armee Wallachey, Moldau und Bessarabien bin­nen 5 höchstens 8 Wochen räumen. Moldau und Wallachey bleiben aber vorher Fürstenthümer und die darin befindlichen Festungen werden von den Türken besetzt. Auf dem Lande und in den Städten dürfen sich keine Türken aufhalten. In diesem Friedensvertrag soll auch für Serwien gut gedacht worden seyn. Den Serwiern soll nämlich ihre sich selbst gegebene Konstitution mit der Bedingniss beigelassen werden, dass sie der hohen ottcmanischen Pforte einen Tribut von 2 bis 3 Millionen Piaster bezahlen müssen. Zur Einforderung und Ablieferung des Tributs setzt die Pforte für permanent einen Mohasil nach Belgrad, der nebst seiner Dienerschaft 50 bis 60 Mann türkische Bewachung und, wie es heisst, kaiserliche Garde erhält. Gleich darauf schrieb er wieder untern 7. dieses und widerspricht dieser Nachricht mit dem Beisatze, dass nicht der Friede geschlossen sondern blos der Waffenstillstand auf 3 bis 6 Monate verlängert worden sey. Vermög einem den russischen Feld­marschallen Fürsten von Prosorowsky zugekommenen kaiserlichen Befehl muss ein Theil seiner Armee in diesen 3 Provinzen unter dem Kommando des Generalen von Kutuzow um die an der Gränze von Preussen und dem Herzogthum Warschau sich sammelnde russisch­kaiserliche Armee zu verstärken, nach Pohlen abmarschiren. Beide Nachrichten sind mir interessant und darinn glaubte ich Euer Excellenz beide mittheilen zu müssen. Die letztere scheint mir glaubwürdiger zu seyn. Meiner Meinung nach müsste der Friede oder Waffenstillstand vor dem ausgebrochenen Rewolt in Konstantinopel geschlossen worden seyn und nicht während denselben. Der neuer­dings verlängerte Waffenstillstand kann auch Schuld daran gewesen seyn, dass die Janitscharen sich erhoben und denselben nicht ein­gehen wollten.

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