VJESNIK 21-22. (ZAGREB, 1920.)

Strana - 154

154 Der emigrirte griechische Bischoff von Sarajevo Kralievnz hat zu Vinkovcze eine Unterredung gehabt, in welcher er mir die Be­drückung der Türken mit den traurigsten Farben schilderte und mich zu überzeugen bemühte, dass es nur auf den allerhöchsten unsrigen Hof ankommen sich durch einige Unterstützung vorzüglich an Gewehr und Munition einen bedeutenden Anhang sich zu ver­schaffen und durch diesen unterstützt in Bosnien glükliche Fort­schritte zu machen. Da ich ihm vorstellte, dass der oesterreichische Hof in keinem kriegerischen Verhältniss mit der Pforte stehe und die Absicht des­selben gar nicht dahin ziele, diese Provinz der türkischen Herrschaft zu entziehen, auch aus dem letzen Türkenkrieg genugsam erfahren worden, dass alle diese Versicherungen von Anhänglichkeit lauter leere Versprechungen wären, welche nie realisirt würden und nur aus Eigennutz geschehen, auch den vielen in türkischen Händen befindlichen Festungen wegen eine Empörung für die Griechen äus­serst schwer werden dürfte, so stimmte er meiner Meinung bei und versicherte mich, dass er für sein grösstes Glük schäze, seinen Kopf der türkischen Schlinge entzogen zu haben. Er bat sich hierauf die Erlaubnis aus, ihm einen dreymonatlichen Aufenthalt im unsern Ländern zu gestatten und ich habe ihm das Kaludger Kloster Bese­novo zum interimal Sitz bestimmt bis von höchsten Orten deshalbs eine Weisung erfolgen wird. Weitere Kundschafts Nachrichten sind folgende: 1. Hat der türkische Kaiser bekannt machen lassen, dass er zwar mit Frankreich in dem besten Einvernehmen stehe, jedoch dermalen von ihm keine Hülfstruppen benöthige. Es verbreitet sich aber dennoch die Nachricht, dass die Franzosen, wenn sie die Monte­negriner bekämpft haben, in Bosnien einruken werden. Der franzö­sische Consul bleibt in Bosnien und soll auf Befehl des Grossveziers in allen Ehren gehalten werden. 2. In Sarajevo sollen einige Türken von einer bedeutenden Person aus Constantinopel die Nachricht erhalten haben, dass die Pforte dem oesterreichischen Kaiser den Krieg ankündigen wolle, über welche grosse Bestürzung herrschen soll, Weil sie sich hiezu zu schwach fühlen. 3. 800 Kessa Geld sind als Contribution in Bosnien ausgeschrie­ben und der Aga Besuch hat den Befehl, alle Früchten in Bosnien in die Festungen zu schaffen. Diese Früchten werden vermählen und man folgert hieraus einen Krieg. 4. Dem Gouverneur Bassa von Bosnien soll von diesseits ein anonymes Schreiben zugekommen sein, in welchem ihm das Vor­haben der Acatholiken entdeckt worden, worauf er alle Veranlas-

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