VJESNIK 21-22. (ZAGREB, 1920.)

Strana - 144

144 erung, selbst wann es wieder die türkische sein müsste, kommen zu können, doch am liebsten würde ihnen die mild gerechte Re­gierung des teutschen Kaisers sein. In dieser Hinsicht glaubt dieser Griech, dass bey Schabatz, in welcher Gegend der Landmann nebst dem schabatzer Comman­danten Jacob ganz besonders der diesseitiger Oberherrschaft ge­neigt ist, am vorthelhaftesten ein Übergang zu Stande gebracht wer­den könnte. Auf diese Art und wann man von kaiserlicher Seite in anderen Gegenden sich vor einen Überfall der Servier hinlänglich sicher stellen und ihnen nur 2 Monaten nichts an Victualien zu können lassen sollte, würde der allgemeine Aufstand gegen ihre Tirannen sicher bald erfolgen und die Behauptung und Besetzung des Landes durch freywillige Unterwerfung des Landvolks ohne vieles Blutvergissen am leichtesten erzielen werden können. Nebst diesem erzählte noch der Griech, dass des russischen Kaisers Majestät geruhten dem servischen Anführer Milenko und dem Ober Anführer Kara George Petrovich jedem einen Säbel zu schicken. So wie Kara George erfahren, dass Milenko einen eben ganz des ersteren gleichen Säbel von benannt allerhöchsten Stelle erhalten, ist die Erbitterung gegen den Milenko auf das Höchste gestiegen und des Milenko Untergang wurde beschworen, dieser aber hievon praevenirt, sezte sich in eine solche Verfassung, um dem Kara George auf alle Art nachdrücklichen Wiederstand lei­sten zu können. Des in Bellgrad befindlichen russisch kaiserlichen Herrn Ge­neral Consuls wegen wollte dieser Griech so viel wissen, dass er und imediat allerhöchsten Befehl seines Hofes nach Servien ge­schickt wurde und wegen Beschaffenheit des Landes, Fähigkeiten derer Oberhäupter und Stimmung des servischen Land-Volkes ge­naue Kenntnis einzuziehen und darüber sein Gutachten auf das bald möglichste seinem Hofe zu kommen zu machen und dies sey auch neulich durch den Courier Obersten Pisoni den 27. passati diesseits geschehen. Damit aber dieser Bericht desto sicherer an seine Be­hörde gelangen möge, ist den nehmlichen Tag auch jenseits ein Courier mit denen nemlichen Depechen über die Wallachey nach St. Petersburg abgeschikt worden. Bey einer Gelegenheit als Herr General Consul von Rodofini­kin deren serwischen Oberhäupter stolzen Wunsch zur Selbstständig­keit und decidirten Abscheu von allen auswärtigen Anhänglich­kait wahr genommen, eröffnete Herr General Consul hierüber seine Gedanken und erklärte denen Vorstehern mit aller Leutseligkeit, dass dieses unter keiner Weise zulässig befunden werden dürfte und dass selbst zu ihrer Sicherheit es unumgänglich nothwendig sey,

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