VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 299
299 triert unter erprobten Feldherren. Die höchste Amtsgewalt in den euro päischen Provinzen erhielt Georgios Akropolites, der bekannte Ge schichtschreiber dieser Zeit, welcher im Dezember 1256 von Berrhöa aus eine Inspektionsreise durch seine neue Statthalterschaft unternahm über Kastoria, Ochrid, Kroja nach Dyrrhachion und von hieraus über Chunavien, den Berg Kake Petra (Κακή Πέτρα), über das Mattal nach Dibra, von wo er im Februar 1257 über Ochrid und Prespa nach Prilep zurückkehrte. 153 Der Triumphzug des Statthalters war aber kaum zu Ende, als die nikäische Herrschaft durch die grossartige Geschicklich keit Michaels schon im Grunde erschüttert wurde und zwar zuerst in Albanien. Der Befehlshaber von Dyrrhachion und Kroja Konstantin Chabaron wurde durch Liebesbriefe einer Verwandten Michaels ver lockt und gefangen genommen. Im Norden warf der Serbenkönig Uroš I. „den Becher der Freundschaft".weg und schloss sich den Epi roten an. Ausserdem erwarb sich Michael in Wilhelm von Villehar douin, dem Fürsten von Achaia, und in Manfred von Sizilien zwei mächtige Bundesgenossen. Die Truppen des Despoten besetzten (An fangs 1258) wieder das Land von der Adria bis zum Vardar. Von den Serben, die über Skoplje gegen Kičevo vorrückten, erlitt der nikäische Unterbefehlshaber von Prilep Skuterios Xyleas eine schwere Nieder lage. Die Belagerung von Prilep durch Epiroten endete infolge eines Verrates der Lokaltruppen mit der Einname der Burg und Gefangen nahme des Georgios Akropolites, der in Ketten nach Arta abgeführt wurde. 154 In den Kampf, der jetzt zwischen den Nikäern und Epiroten entbrannte, griff tatkräftig auch Manfred, der Beherrscher Unteritaliens ein. Dadurch wurde das albanische Festungsdreieck DurazzoBelgrad Aulona für eine längere Zeit hin wieder zum Schauplatz der Welt geschichte, zum Regulator des dynamischen Verhältnisses zwischen Okzident und Orient. Für dieses Gebiet beginnt (1258) damit eine neue, zugleich auch die letzte byzantinische Periode, worüber wir im fol genden Kapitel handeln. Nördlich von Durazzo blieb Albanien von den Kämpfen der Epi roten und Nikäer gänzlich verschont. Es ist vom politischen Stand punkte dem albanischen Süden gegenüber ein reines Stilleben, welches wir hier bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts antreffen. Nur ein schwacher Stoss des Mongolensturmes traf im J. 1242 Nordalbanien, denn nach der Erzählung des Spalatiner Archidiakonus Thomas 155 152 AAlb 1, 241 f. 153 Akropolites cap. 67. Vgl. Tafel, Via Egnatia, Prolegomena S. XV, und Mat ković, Rad 42 (1878) 150f. 1B * Hopf 1, 281; Meliarakes 513ff. Jireček, G. der Serben 1, 317. 155 ed. Rački 156. Jireček, G. der Serben 1, 308.