VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 293
293 scheinlich erst unmittelbar vor dem Falle dieser Hauptstadt kam der Schlüssel der Küstenebene von Thessalonike, die in den heute Demir kapija. (eisernes Tor) genannten Engpässen gelegene Burg Prošek („der Durchhau"), in die Hände Theodors, 118 und da Skoplje schon seit 1217 epirotisch war, 119 so ist Theodor auch zum Herrscher des einstigen Gebietes des Bulgarenfürsten Strêz (f um 1215) geworden. Nach der Einnahme, von Thessalonik (April 1223) Hess er sich zum Kaiser krönen. Da der griechische Erzbischof von Thessalonik Konstantinos Mesopotamites den Beherrscher von Nikäa als einzig rechtmässigen Oberherrn ansah, vollzog den Krönungsakt der Erzbischof von Ochrid Demetrius Chomatianos, der in Verbindung mit Johannes Apokaukos, Metropoliten von Naupaktos und Hausprälaten der epirotischen Kom nenen, 120 sowie mit den Erzbischöfen von Durazzo (Dokeianos, Kon stantin Kabasilas) 121 und dem Metropoliten von Korkyra (Korfu) Geor gios Bardanes 122 den Kampf gegen die Lateiner leitete und auch alle Fäden der griechischen Kirchenpolitik des Westens in seinen Händen hatte. Unter Demetrius (1217—1235) wurde Ochrid zum Fokus rein griechischer Strömungen, zum obersten Forum in allen Fragen der Theologie, des kirchlichen, öffentlichen, ja selbst des Privatrechtes für den ganzen griechischen Westen, wozu damals auch Durazzo und Kroja zählten. 123 Er war es auch, der gegen die seinen Kirchensprengel direkt tangierende Errichtung einer autokephalen serbischen Kirche (1219) wiederholt energisch auftrat, als der „Mönch Sava", ein Bruder des im J. 1217 vom Papst Honorius zum König erhobenen Gross župans Stefan, die politischen Gegensätze der Herrscher von Arta und Nikäa und die damit verbundene Rivalität der Kirchenfürsten ausnü tzend, auf dem fernen Hof von Nikaia von dem dort lebenden Patri archen von Konsfantinopel zum Erzbischof geweiht wurde. 124 Seine Proteste hatten aber keinen Erfolg, da ihnen kein politischer Nach druck zur Verfügung stand. Denn die politischen Beziehungen Theodors zu den Serben waren recht freundschaftlich. Radoslav, der erstgeborene Sohn König Stefans wurde (vor 1220) Schwiegersohn Theodors, Gemahl von dessen Tochter 118 Briefe des Metropoliten J. Apokaukos bei Vasiljevskij, Viz. Vremennik 3 (1896) 244. 118 Demetrios Chomatianos (ud. Pitra) n° 59. »20 Wellenhofer, Johannes Apokaukos, Metropolit von Naupaktos (zirka 1185— 1233), Freising 1913 pass. 121 AAlb 1, 155, 157f. 164. 122 AAlb 1, 157, N. 1. 123 AAlb 1, 147ff. 159f. 164. m Chomatianos (ed. Pitra) n° 86 und 114. Jireček, G. der Serben 1, 298f.