VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 290
290 Schäften gingen zwar im J. J171 durch den von Emanuel gegen die Venezianer geführten Streich verloren, aber knapp vor dem Falle des Reiches wurde (1198) Venedig im Grossen und Ganzen in seine alten Rechte wieder eingesetzt." Diese hundertjährigen Beziehungen erleich terten gewiss der venezianischen Flotte, die im Juni 1205 auch Ra gusa zur Unterwerfung zwang, 100 die Okkupation von Dyrrhachion. 101 Korfu dagegen und Peloponesos mussten mit grosser Mühe und blutigen Opfern erobert werden. 102 An die Stelle des byzantinischen kam ein venezianischer „Dux Dyrachii", aber das neue Dukat (ducatus Durachii) deckte sich gar nicht mit dem einstigen Thema. Das Hinterland von Durazzo um Kroja, die südlichen Teile des Themas mit Valona, Ka nina, Glavnica, die Provinzen Jericho (Oricum) und gar Vagenatia blieben von Venezianern unberührt. Und dies hatte seine guten Gründe. Die am Ende des 11. Jahrhunderts um Kroja auftauchende Archon tendynastie, mit den Spitzen der byzantinischen Verwaltung verschwä gert und wie es scheint auch dem Orthodoxismus ergeben, wollte von den Venezianern nichts wissen. Zwar trat Fürst (iudex, äpym) Deme trius (1207 1215), Sohn des Progon und Nachfolger seines älteren Bruders Gin, zeitweise in enge Beziehungen zum römischen Stuhle, aber dies änderte nichts an seinen feindseligen Gefühlen gegen die Venezianer, die damals mit dem Papst in Zwist waren. Und wenn auch die Venezianer ihre Verbindungen mit den Serben, diesmal mit den kleinen Serbenfürsten von Dioklien (Vlkans Sohn König Georg und dessen Verwandten) aus dem Hause der Nemanjiden gegen Demetrios aufzufrischen wussten, 103 so behauptete sich dieser, von dem serbischen Grossžupan Stefan und auch von den Epiroten unterstützt, doch in seinen Bergen. Hatte er ja doch zur Frau die Tochter der serbischen Grossžupans, während seine Nichte, die Tochter Gins, an den Sebasten Kamonas verheiratet war, der später (nach J213) im Dienste der De spoten von Epirus stand. 1 " 4 Aus den Trümmern des byzantinischen Reiches erwuchs nämlich im Süden des einstigen Themas Dyrrhachion unmittelbar ein neuer 99 AAlb 1, 112 (1198). ™ AAlb 1, 165. 101 Dandolo X 3, 45 bei Muratori 12, 232. Vgl. AAlb 1, 177 und Hopf, Chroni ques grécoromanes 88. 102 Hopf, G. Griechenlands 1, 221 f. 103 Schon der Grossžupan von Serbien Desa (um 1167) vermählte seine Tochter mit einem Sohn des Dogen Vitale 11. Michieli. Nach Kinnamos haben die Venezianer im J. 1171 die Serben zum Abfalle von Byzanz aufgefordert (Jireček, G. der Serben 1, 251 u. 259). l°* AAlb 1, 133—150,