VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 286
286 Lagunen erhebt sich die stolze Seestadt mit Aufgebot aller Kräfte, denn die vertriebenen Behörden aus Zara melden, dass unter den byzanti nischen Städten auch diese Stadt sich dem ungarischen König Bela III. ergab. Der hundertjährige Krieg der um den Besitz Dalmatiens zwischen Venedig und Ungarn entbrannte, ist ein Epilog der byzantinischen Epopee unter Emanuel. Ein zweiter Epilog ist das Entstehen des ein heitlichen serbischen Staates. Schon unter Emanuel wusste der serbische Grossžupan Nemanja, ursprünglich Herr eines nicht geringen Teilfürstentums im äussersten Osten der serbischen Gebiete, in Landschaften zwischen Ras und Niš, besonders auf Ungarn gestützt, aber auch mit Venezianern und Deutschen 73 im freundschaftlichen Verkehr, alle Teilfürsten der serbi schen Ostens zu entfernen. Als der Krieg zwischen Byzanz und Ve nedig entbrannte (1171), ergriff er gegen Byzanz die Offensive und drang gegen die beiden neuerichteten byzantinischen Provinzen an der Küste gegen die „Chorbatia" (Χορβατία) mit der Hauptstadt Spalato und gegen Dioklien mit den Städten Kattaro, Antibari, Dulcigno, Skodra vor. Vielleicht mit Hilfe der Venezianer besetzte er Kattaro, 74 und wie aus einem Briefe des damaligen Praelaten von Antibari, der damals gerade mit den kirchlichen Spitzen von Spalato über die Erlangung des erzbischöflichen Palliums verhandelte, zu ersehen ist, kam auch die Stadt Antibari in eine grosse Bedrängnis. Die Ländereien vor der Stadt wurden verwüstet, den Bürgern ein Lösegeld aufgezwungen. Der im offenen Lande als byzantinischer Vasall herrschende Fürst von Dioklien Michael war dagegen vollständig ohnmächtig. 75 Bald aber erscheint in dem Erblande des Grossžupans der fürchterliche Kämpe Emanuel. Nemanja erhielt für seine. Streiche zwar Verzeihung, doch wurde er für eine Zeitlang nach Konstantinopel abgeführt. Aber nach dem Tode Emanuels gelang den Serben die Okkupation Diokliens vollkommen (1183). Nemanja besetzte die einstige Residenz der diokli tischen Fürsten Skutari mit ihrer Burg Rosaf, deren Name aus der St. Sergiuslegende stammte, 76 daneben die Bischofssitze Sarda, Drivasto, Svač, so wie die Hafenstädte Antibari und Dulcigno. 77 Der letzte der 73 Jireček, G. der Serben 1, 258ff. 74 Χορβατία und die Stadt των Κατάρων bei Cinnamos 286 und Nicetas 207. Jireček а. а. О. 1, 259 Ν. 5 (1172). Für die Chronologie Vasiljevskij, Slavj. Sbornik 2, 283. 75 AAlb 1, 99, wo ich diesen Brief unter 1173 gestellt habe. Jireček (G. dej Serben 1, 265f.) stellt denselben in die Zeit, als Nemanja 1183 Dioklien endgiltig eroberte. 76 Vjesnik zem. arkiva 17 (1915) 60. 77 AAbl 1, 113.