VJESNIK 1-2. (ZAGREB, 1915.)
Strana - Sveska 3. i 4. - 280
280 die die apulischen Feudalherren in Revolten gegen den byzantinischen Erbfeind Robert Guiskard verstrickten. 35 Von hieraus wurden die Kroaten im Nordwesten und die Serben in Dioklien ausgekundschaftet und überwacht, und die in diesen Stämmen infolge der slavischen Liturgie schon vorhandenen orthodoxen Einschläge zum Wiederstand gegen die römische Kirche grossgezogen. Hier wurden Prätendenten bereit gehalten, um verdächtige Serbenfürsten durch verlässlichere Fürstensöhne zu ersetzen. 38 Hier wies man Wohnsitze den Flüchtlingen an, die mit den feindlichen Serbenfürsten eine Blutschuld zu regeln hatten. 37 Von hieraus musste die Autorität des Kaisertums bei den Serben durch fortwährende militärische Expeditionen erneuert werden, wobei die Strategen von Ragusa nach Kräften konzentrisch mitwirkten. 38 Und wenn es dabei auch zu wahren Katastrophen der byzantinischen Heere kam, wie es zum Beispiel diejenige des Statthalters von Dyr rhachion Patrikios Michael in den Bergen von Montenegro (1041) war, 39 so gelang es doch knapp vor der normannischen Invasion dem Herzog von Durazzo Nikephoros Bryennios durch eine Strafexpedition den „Diokleern und Kroaten" einen gehörigen Respekt einzujagen und die nordalbanischen Städte 40 Dulcigno, Antibari, vielleicht auch Skodra den „Römern" Untertan zu machen. Dem gegenüber blieb aber auch die päpstlichnormannische Resul tante des Westens nicht untätig. Gleich nach der Kirchenspaltung vom J. 1054 zeigen sich entlang der ganzen adriatischen Küste Spuren einer Reformationstätigkeit seitens des römischen Stuhles gegen orthodoxe Erscheinungen, die von dem slavischen Gottesdienste getragen allmählig in den romanischalbanischen katholischen Damm von Istrien bis Dul cigno 41 eindrangen und byzantinisch freundliche Regungen besonders bei den Kroaten zu erzeugen vermochten. Als der Gedanke eines norman 1 35 Diese Tatsache beleuchtet besonders Heskel, Die Historia Sicula des Ano nymus Vaticanus und des Gaufredus Malaterra (Kiel 1891) 54. Vgl. Sufflay, Hrvatska 12 N. 3. 36 Jireček, G. der Serben 1, 211. 37 Nach Diokleas flohen Verwandte des von König Bodin (1082—1101?) ent haupteten Branislav nach Konstantinopel zum Kaiser, der ihnen Wohnsitze in Dyr rhachion anweisen liess. 38 Vgl. Kekaumenos 25; Jireček, G. der Serben 1, 233f. 39 Kedrenos 2, 543; Kekaumenos 25; Jireček a. a. O, 1, 232. 40 Unter den rccXetc des N, Bryennios (S. 102f.) sind kaum die dalmatinischen Küstenstädte (Ragusa, Cattaro) zu verstehen, wie Jireček (a. a. O, 1, 267) meint, da diese im J. 1081 bei Durazzo an normannischer Seite gegen die Griechen kämpfen (Heinemann, Geschichte der Normannen 1, 313). 41 Vjesnik hrv. arkiva 17 (1915) 30f.