VJESNIK 16. (ZAGREB, 1914.)
Strana - 264
264 besitzen und dacher in Trüben zu fischen wünschen, ist wohl wahr, allein selbst derley giebt es sehr wenige und solche Gattung Wüstlinge verdorren bald in der Armuth. Grafen Draskovich leben dermahlen 4. Der würdige Greis, gewester Oberst Lieut. zu Varasdin, Franz, hat den einzigen Sohn Joseph, gewesten Insurections Obrist, LeopoldOrdens Ritter, verehelicht mit der Barones Brüdern ; dieser wohnt in Bukovecz, Kreutzer Comitat, ein herzensguter Mann, eingebildeter König auf seinem Landgute, ist Epicureer, unbekümert um die ganze Schöpfung, bedauert bloss an Kräften abzunehmen, um nach dem Tode des Vatters als reichster Particulier in Croatien in bachantischem Hausgethümel soviel möglich vom Habe seiner Ahnen anzubringen. Zwey andere Draskovich, von Bruder des Franz Söhne: Georg, 45 Jahre alt, ist der sonderbarste, unschädlichste Patriarch, der wahrlich in sich und für sich selbst lebt; sein gröstes Glück ist das beste Weib auf Erden, gebohrne Baron Anna Orczy, die eilf Kinder allein erziehet, jezt mit dem Manne und der zahlreichen Familie gewöhnlich in Pest lebt. Sein Bruder Johan ist auch ein Sonderling, aber seinem Bruder ganz entgegen gesezt; k. k. Kämerer, gewest InsurectionsObrist im Jahre 1805 zu Hause; bis auf ein kleines Gut Rechicza, zwey Stund von Karlstadt, vom Er trägnisse 5000 fl., zusamen gegangen, bleibt er in seinem 47. Jahre und dei zweyten unfruchtbaren Ehe noch imer ein asiatischer Schach und wolte dabey als humanster Europäer gelten. Dieser war nach dem Frieden 1806 in Paris, um Paris zu sehen. Warlich schade, dass dieser Mann mit ausgezeichneten Fähigkeiten und Anlagen seiner Lebensbahne nicht die gehörige Richtung ge ben konte, als er im 23. Lebensjahre nach dem Tode des Vaters als OberLieut. quittirte. Unersätlicher Ahnenstolz ist seine gröste Schwaheit; Private, welche diesen benutzen kennen, vermögen bey und mit ihm alles. Er glaubt, von den Regierungen gewünscht und gesucht werden zu müssen, um auf einmahl zu glänzen; nebstbey ist Hagestolz (sie) seine Krankheit. Er war den Franzosen hier gehässig, wird von Österreichern vermieden, von AltHungarn ausgewie sen; hat bloss solche Freunde, die bloss an ihm nagen. Darum wird er bey allen Regierungen verdächtig und ihm wäre jede recht, wo er glänzen könte. Er ist nicht.Napoleonist, weil ihm die Franzosen nicht geneigt waren. Nächsten Mitwoch gedenkt dieser Draskovich nach Pest zu reisen, um dort mit Kara chay, der von ihm ein Gut im Banate kaufte, einige Kapitalien auszugleichen. Am 10. März 1816. dd. Ich vernehme so eben, dass Gr. Johan Draskovich am 8. d. M. nach Pest abgereist sey, dort nur 8 Tage zu verweilen und dann über Wien mit Ende d. M. zurück zu komen gedenke. Gewiesser Zeller, einst OberLieutenant, leztlich sein Sekretär, von Draskovich dotirt, ist seit 3 Jahren in Wien als PrivatAgent, soll auch FourirsDienste bey Hofe machen, ist dieses Draskovich' in Wien Vetrauter. Priopćio dr. T. Matte.