VJESNIK 1. (ZAGREB, 1913.)

Strana - SVESKA 3. - 199

199 Truppen nach Illyrien, nach Karlstadt brachte und mehrere gutgesinnte Bürger hievon in Kenntniss setzte, fiengen sich sogleich an mehrere Gruppen herbeigeströmmter Bürger, welche diess frohe Ereigniss herbei gelockt hat, in verschiedenen Ecken der Vorstadt noch unbewafnet zu formieren. Dies erregte Aulsehen bei dem anwesenden französischen Generalen und der französischen Stadtsmunizipalität, so dass der unter­zeichneter Stadthauptmann in das Gemeindehaus citirt wurde, von dem Municipalrath Ludwig Prelancz aber nicht zu erscheinen, weil es sonst für ihn übel ausfallen würde, den Winck bekam, die er für sein Heil besorgt verfügte, sich bei einbrechender Nacht zu dem damaligen Rich­ter des an Karlstadt angrenzenden Orts Bania jenseits der Kulpa Brücke Jozeph Erdelacz, mit dem Ersuchen der Graf Erdödischen Postzug und Wagen, dahin stellen zu dürfen und solche bei etwaiger Gefahr, theils an der Hand zu haben, theils aber vor deren Wegführung durch die Franzosen zu sicheren, zu gleicher Zeit traf auch daselbst der damalige französische Oberlieutenant Mirkovich ein und zeigte im Hause des Erdelacz eine schriftliche Ordre des Platz-Comendanten H. Hauptmann Mihailevich vor, dass er die Kulpa Brücke zu zerstöhren, und insoweit solches auf der Stelle nicht thunlich wäre mit Wägen und allen mö­glichen Impedimenten zu verammeln, durch den französischen Genera­len beauftragt sey, und verlangte von dem Richter Erdelacz, das er alle Wägen und Stricke die in Bania vorhanden sind, auf die Brücke schaffen solle. Nachdem von diesem Vorhaben einige Bürger unterrichtet worden, sind erschienen in das Haus des endesunterfertigten Stadthauptmannes die Bürger Joan Janussich, Hieronimus Echimovich, Nicolaus Mache­chevich, Joseph Boszilyevacz und mehrere andere, deren Namen in Vergeszenheit geratten sind und eröfneten in Geheim, dass sich die ver­sammelten Bürger-Gruppen eben itzt beratschlagen, ob und wie sie die Kulpa-Brücke vertheidigen sollen, als sie zu dieser Vertheidigung noch mehr angeeifert wurden, zerstreuten sich diese 4 Bürger und noch einige mehrere, deren Namen man sich nicht erinnern kann, in den Gassen der Vorstadt und schrien mit lauter Stimme: Auf Bürger! Bewafnet euch, eilet zur Kulpa-Brücke, wir wollen die Brücke ver­theidigen. Auf diesen Ruf von patriotischen Enthusiasmus ergrifen, strömmten auf der Stelle, aus allen Häusern der Vorstadt und des Orts Bania mit Flinten, Pistolen, Hacken und allen Gattungen Mordgewehren bewafnet die Bürger der Kulpa-Brücke zu, mit dem besten Entschluss, es koste, was es wolle, die Kulpa-Brücke zu vertheidigen, und den Ein­marsch der k. k. oesterreichischen Truppen, welche man bis anbrechen­den Morgen vergeblich erwartete, zu erleichtern. Diesem Signal folgten auch alsogleich die Bürger, aus der inneren Stadt, und in einem Au­genblick war eine Anzahl von 2 bis 300 Mann bewafneter Bürger auf

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