VJESNIK 12. (ZAGREB, 1910.)

Strana - 223

223 Diesen Tag auch mit Mehemet Beeg, welcher hieuor mit dem Si­benbürgischen an der Portten gewesten Gesannten Betlehem Gabor nach (fol. 155 a.) Sibenbürgen verraist gewesen, auf Griechischweissenburg ankhommen, vnnd ain anderer Siebenbürgischer Gesandter mit nahmen Christischi Paul, Haubtman zu Seibesch vnd Lagosch, nur mit 16 Per­sohnenn, vnnd ist nach Ofen zum Ali Passa geschickht, ihn wegen der Vesstung Lippa vnnd Jenua, welche die Türggen zu restituieren begertt, zu versöhnen vnd contentiren. Den 16., 17., 18., 19., 20. Decembris aida wegen der Rossz vnnd Wägenn, die zu besern, still gelegen, da die Türggen vast alle Nacht mit vnderschidlichen Mascara von grossen Mannen vnd kleinen Pueben, auch gemachten Elephanten, die tanzeten vnnd spülen auch andere Possen, für des herrn Oratorn Losament mit Trumel vnnd Pfeiffen kho­men, daruor getanzet vnnd gespült, denen ir gnaden ein trinckhgelt geschenckht. Dis ist also der Türggen Brauch zu dieser Zeit, dasz sy ihre Fasten vnnd Faschung haben, ein ganzes Monath, von einem neuen Mond zum anderen, essen vnnd trinkhen einenn ganzen Tag nichts, bis man die Stern am himel sihet, alszdan essen vnnd trinkhen sy die Nacht durch, solang sy wollen, doch kheinen Wein, vnnd lauften auf der gassen bey Nacht vmb mit allerley mascara, alsz wie bey vnns in faschung geschieht. Nach solcher Verrichtung der Fasten haben sy Weyram, wie hernach gemelt werden soll, alszdan sy Wein, wer will der Notturff trincken vnd redlich voll sauffen vnnd allerley selzame Possen treiben. Diesen Tag auch herr Orator den Grebern des alhie verstorbenen (fol. 155 b.) gewesten Obristen von Stuelweissenburg Graff Joann Marco Isolan vnd der verstorbenen gefangenen Haubtleuthen, herrn Friderich von Herberstein vnnd herrn Maximilian von Heissenstein, mit vleiss nachforschen vnd erkhundigen, auch da man gewisse nachrichtung dauon bekhomen, derselben greber eröffnen vnd besehen lassen, der Intention, die gebein mit hinaus zu füehren. Dieweil sich aber in eröffnung der Greber ge­melter dreyer herrn, welche in starckhen, von aichen Pretternn gemachten Truhen eingelegt gewesen, befundten, das sy noch nicht allerdings ver­wesen, sondern noch thails Fleisch, haut vnd haar, sowoi lebendige Materi von Maden vorhanden gewesen, hat man dieselben Cörper vieler Vngelegenheit halber nit erheben khönen, sondern auf ein andere Zeit anstellen müessen. Zu beweisz aber, damit etwasz von den Cörpern drauszen bey vnns gezaigt werden mögen, hat herr Orator von woler­melten seinen Vettern, herrn Friderichen von Herberstein, ein vngerisch goltfarbes huetl, so noch gar ganz frisch vnd vnverwesen, das gleichwol, weil er schon vier Jahr im grab, zu uerwundern, von seinem Khopff, welcher doch dem Fleisch nach ganz verwesen, nehmen vnd in yedes

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