VJESNIK 9. (ZAGREB, 1907.)

Strana - 64

64 Theil Italiens Niemanden kennend, blieb mir nichts Anderes übrig, als ver­kleidet mich selbst zu überzeigen, ob wirklich Mortier da, und wie stark er seye. Den Tag zuvor war er auch wirklich da, alein eyligst muste er mit sei­nen Truppen zum Bonaparte stossen, nur ein Regiment Chasseurs das bey Irren viel gelitten hatte, zurücklassend. Schieinigst berichtete ich es den Melas, mit der Anfrage, ob ich bey so bewähnten Sache mit den Regiment zur Armee stossen dürfte? Mjyor Graf Radeczky als General-Adjutant bey Melas gab in Namen des Commandirenden mir zur Antwort: „Es bleibe dabey, bey den früher erhaltenen Befehl". Den anderen Tag wurde die unglückliche Schlacht bey Marengo geliefert, bis 5, 6 Uhr Nachmittags war das Glück ganz auf un­serer Seite, später aber äusserst unglücklich, da mann alle Cavallerie zwecklos hin, und wieder detachirt hatte, und nichts in Rückhalt behielt. Von dieser Schlacht liesze sich vieles sagen, allein ich schweige, denn die Erinnerung wie leicht hätte diese Schlacht den Bonaparte vernichten können, und doch nicht geschah, thut mir weh. Eine übereilte und beschränkten Geist verrathende Con­vention wurde geschlossen Kraft welcher wir Alle in Vorigen glänzenden Cam­pagne gemachten Eroberungen abtretten und sich hinter den Minus zurück- ­ziehen musten. Mit einen Federstrich war alle Mühe und Arbeit, alle gewon­nenen Schlachten, alle eroberte Festungen des vorigen Jahres vernichtet. Dem Melas wurde das Armee Commando genommen und General der Cavalerie Graf Bellegarde übertragen. Als dieser bey der Armee in Vila Franca eintraf, liesz er den Generalen Fürst Hohenzollern meinen Brigadier zu sich ruffen, gegen den er sich äusserte, der Kayser hätte ihn beauftragt sich um mein Verhalten genau zu erkundigen, da Ihm nämlich der Kayser, Feldzeig­meister Kray auf seiner Reise durch Wien um das Armee-Commando in Deutsch­land zu übernehmen, gesagt hätte von F. M. L. Ott vernommen zu haben, meine Krankheit wäre von keiner Bedeutung, ich spiele nur den Disgustirten, weil ich schon General werden möchte. Der ideal, gerecht denkende Hohen­zollern gab zur Antwort: „Dies sagt die groeszte Ungerechtigkeit, die einen der vorzüglichsten Offleiere der Armee wiederfahren könne. Knezevich ist immer noch der vorzüglichste Obriste, der er stets war, und anders sein kann". Be­legarde säumte nicht den Kayser zu berichten, und ich war in diesen Jahre nebst mehreren anderen Obristen General. Diesz war für mein Regiment, sowie auch für mich eine traurige Nachricht (Unter meinen Schriften in den Fasci­kel der Attestaten, befindet sich ein abermaliger Beweis der Dankbarkeit, und Anhänglichkeit dieses braven Regiments, als ich schon F. M. Lieutenant war). Die Trennung auf beyden Seiten, obschon ich das Regiment in der Brigade behielt, war hart und rührend. Es schien, als wenn ihr Ruhm und Glück nur an mir gekettet wäre. Nach einen kurzen Waffenstillstände fingen die Feindseligkeiten wieder an. Wir zogen uns immer weiter zurück, endlich folgte ein seynsollender Friede, im Grunde aber nur ein Waffenstillstand. Auf meiner Reise von Agram nach Wien, von Bruder Ive aufmerksam gemacht, nahm ich St. Helena oder in Ungarischen (da das zu Ungarn und zwar Zalader Comitat gehört) Szent-Ilona, in Augensschein. Schaudernd war der Zustand aller Gebäude, die ganze Wirtschaft elend Cameralisch admini­strirt, beynahe ganz vernachlässigt. Im Kloster war das Militär-Magazin, und

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