VJESTNIK 4. (ZAGREB, 1902)
Strana - 103
103 Chronik entnommen werden : dass Koloman selbst es war, der nach Croatien ging „um das Reich gen Vngerland zu bringen"; nur Simon de Kéza sagt: „Iste quoque (Calomanus) in rcgnum Dalmatiae misso exercitu occidi fecit regem Petrum"; er lässt demnach Koloman ein Heer schicken und setzt sich damit in vollkommenen Widerspruch mit der Nachricht des Kolomanschen Adelsprivilegiums, das mit aller Klarheit die Ankunft Kolomans und sein Zusammentreffen mit den zwölf Vertretern kroatischer Stämme schildert, er setzt sich in Widerspruch mit allen Dokumenten und Monumenten, welche die unzweifelhafte Thatsache beweisen, dass Koloman selbst nach Kroatien kam. Wo man für ein Ereigniss so wenige Anhaltspunkte hat, ist jeder, auch der geringfügigste Umstand von Bedeutung ; ich habe die Empfindung, dass uns die genaue palaeographische Untersuchung der alten Chroniken noch manch überraschende Aufklärung über die Zusätze in Kéza's Handschrift geben könnte. Wenn übrigens die verschollenen gesta vetera -— welche Kaindl sehr sinnreich aus den späteren Schriftdenkmalen heraus zu rekonstruiren versuchte im Originale gefunden würden und damit der Nachweis erbracht wäre, dass ein unbekannter Zeitgenosse Kolomans wirklich der Besiegung eines Königs von Dalmatien Peter Erwähnung thut, so wäre damit erst nur eine Präsumtion für die Existenz desselben gewonnen, aber noch lange kein Beweis. Es wäre ja immerhin möglich, dass wir auch im Falle der Auffindung einer anonymen zeitgenössischen Quelle die Erzählung eines ungarischen miles gloriosus vor uns hätten, dem es nicht genügte, dass sein König einen militärischen Spaziergang gemacht hat, und der seine „Erlebnisse" irgend einem Mönche in gutem Jägerlatein vortrug. Dies ist durchaus keine willkürliche Annahme, sondern eine aus den Dokumenten und aus dem ganzen Vorgehen Kolomans berechtigte Folgerung. Indem der kroatische Recensent die Existenz des „Königs Peter" in Übereinstimmung mit dem ungarischen behauptet, will er aber nicht die logischen Konsequenzen ziehen und gerät dadurch zu argen Widersprüchen und höchst sonderbaren und von ihm gewiss nicht beabsichtigten Resultaten. Der kroatische Recensent schreibt : Auf Seite 78 des „Vjestnik" III. Jahrg., Heft. 2. : „Kann demnach irgend Jemand behaupten, dass Koloman durch Unterhandlungen um so leichten Preis (wie es die Adelsprivilegien sind) sein Ziel erreicht hätte, da er es nicht durchs Schwert erreichen konnte, ja nicht einmal wagen durfte (mit Gewalt seinen Willen durchsetzen zu wollen)" .... „Jederman (?) wird also voraussetzen, dass die zwölf kroatischen Auf Seite 102 desselben Heftes: „Es ist wahrscheinlich, dass ihn (den gewissen König Peter) ausser seinein eigenen Stamm mehrere Stämme anerkannten" Weiter: „Als Koloman mit seiner Armee an die Drave kam und die kroatischen Stämme zwischen Krieg und Frieden zu wählen hatten, da war die Situation stark verändert (l) ; fürchtend, dass sie nicht unterliegen, wie unter König