VJESNIK 11. (ZAGREB, 1945.)
Strana - 58
58 VIESTNIK HRVATSKOG DRŽAVNOG ARHIVA Zusamenfassung. Bartol b. Zmaj i ć: Die Entwicklung der heraldischen Typen in Kroatien. Im Banat Kroatien, auf dem Gebiete, das Kroatien genannt wird, sowie auch auf dem Gebiete, das man Slavonien nennt, entwickelten sich Wappen im Verlaufe der Jahrhunderte unter deutschem (mitteleuropäischem), einigermaszen aber auch unter ungarischem Einflüsse, während in dem Dalmatien genannten Küstenland bis zum Untergang der Venezianischen Republik der romanische Einflusz vorherrschend war. In Bosnien wurde jedoch die heraldische Entwicklung bald durch die türkischen Eroberungszüge unterbrochen. In dieser Abhandlung wird die geschichtliche Entwicklung der Wappen im Banat Kroatien (und Slavonien) sowie auch im kroatischen Grenzland, das sich erst nach der Machtübernahme der Habsburger aus Teilen des kroatischen Banates zu formieren anfing, geschildert. Die Geschichte der heraldischen Entwicklung im Banat Kroatien wird in zwei Epochen eingeteilt: die erste Epoche reicht vom Auftauchen der ersten bekannten und zeitlich nachweisbaren Wappen in Kroatien bis zur Königswahl auf der Burg Cetin (1527) und die zweite umfaszt die Zeit von 1527 bis 1918, d. h. sie reicht bis zu einem Zeitpunkt, da in dem neuentstandenen Staate S. H. S. (Jugoslavien), nach Auflösung der staatsrechtlichen Verhältnisse mit der österreichisch-ungarischen Monarchie dem Herrscher des neuen Staates das Recht, Adelstitel und demnach auch Wappen zu verleihen, nicht zukam. Für die erste Epoche ist es bezeichnend, dasz zu dieser Zeit die Geschlechtswappen durch die, von den Königen mittels Wappenbriefe verliehenen Wappen mitteleuropäischer Typen verdrängt wurden. Während dieser Prozess mit dem Ausgang dieser Epoche auf dem Territorium Slavonien genannt beschlossen wurde, blieben im engeren Kroatien Wappen mit Geschlechtsmerkmalen bis zur Wahl auf der Burg Cetin erhalten. Gegen Ende dieser Epoche taucht zum erstenmal das heutige kroatische Staatswappen auf. In der zweiten Epoche wird der deutsche Einflusz auf die Wappenentwicklung in Kroatien immer gröszer. Das merkt man besonders an den Wappen der kroatischen Adeligen und der Grenzer, während die Figuren auf den Wappen des niederen kroatischen Adels unverändert einfach bleiben und der Typ der Wappen schabionisiert wird. Interessant ist der Einflusz des Wappenbuches von Korjenić, das im XVI. Jhdt. wahrscheinlich in Dubrovnik entstanden ist. Die Wappen des bosnischen Adels, die darin vorkommen, sind grösztenteils gefälscht. Am Schlusz der Abhandlung befindet sich eine Uebersicht der heraldischen Typen, die in der kroatischen Heraldik bald mehr bald minder vertreten sind, unter besonderer Rücksichtsnahme auf die Nationalmotive der kroatischen Wappen. Dem Text liegen 21 Wappenabbildungen zur Illustrierung sämtlicher Entwicklungsphasen der kroatischen Heraldik bei.