ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)

Strana - 142

F. H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien... Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. 131-147 hre 1915 deklariert hat, wies die Wappen von Dalmatien, Kroatien und Sla­vonien dem ungarischen Wappen zu. Das jüngste Kapitel in der Geschichte des kroatischen Wappens begann jedenfalls mit der Überwindung des seit 1945 darüber schwebenden kommu­nistischen Roten Sterns mit der Proklamation der souveränen Republik Kroatien im Jahre 1990. Seither zeigt das Wappen von Kroatien einen fünf mal fünf von Rot und Silber geschachten Schild, auf dem eine fünfzackige Krone ruht, deren Zacken mit dem Wappen der einstigen Illyrischen Bewe­gung - allerdings in blauem statt in rotem Feld - sowie mit den Territorial­wappen von Dubrovnik, Dalmatien, Istrien und Slavonien geziert sind. 48 3. Das entstehungsgeschiehrliche Verhältnis zwischen dem Wappen von Kroatien und jenem von Slavonien Während - wie oben dargelegt - Kaiser Maximilian I. als titularkönig von Ungarn, Dalmatien und Kroatien etc. um 1491/95 für das Königreich Kroatien das sogenannte »Schachbrett-Wappen« kreiert hat, wurde von Kö­nig Wladislaw II. Jagiello, dem regierenden König dieser Länder in aller Form durch ein noch heute im Original im Kroatischen Staatsarchiv in Za­greb erhaltenes Privileg von 1496 Dezember 8 - Buda über Ersuchen genan­nter Vertreter des Königreichs Slavonien (»regni nostri Sclavonie«) jenes Wappen erneuert und bestätigt, welches dieses Königreich von alters her geführt hat: »Regnum nostrum Sclavonie ab antiquo habuerit pro armorum insigni unum mardurem et hiis armis usque in presenciarum Semper usum fuerit.« Allerdings verlieh Wladislaw bei dieser Wappen-Erneuerung diesem Wappen seine persönliche Note, in dem er den auf rotem Grund nach heral­dische-rechts laufenden Marder zwischen zwei silber-weiße Flüsse (Drau und Save) situierte, über welchem so gebildeten silber-bordierten, roten, ge­wellten Mittelbalken in blauem Schild im oberen Feld - nach altem Vorbild - noch ein sechszackiger goldener Stern angeordnet wurde. »Nam regnum hoc inter duo flumina, videlicet Sawm et Dravvum constitutum«, lautet dabei die Erläuterung der zwei Silberflüsse. 49 Wenn übrigens in dieser Urkunde von 1496 die Rede ist, daß der Mar­der von alters her als Wappentier von Slavonien gelte, so bezieht sich dies einerseits auf eine geschlossene Reihe von Zagreber Denaren oder Pfennigen der Zeit von König Bela IV. (1235-1270) bis zu König Ludwig I. (1342­1382), welche im Avers - mit nur einer Ausnahme - einen laufenden Marder vorwiegend zwischen zwei sechszackigen Sternen oder zwischen anderen 47 F. Gall, a. a. O., S. 100-103. 48 Zakon o grbu, zastavi i himni Republike Hrvatske te zastavi i lenti predsjednika Republike Hrvatske. Zagreb, 21. prosinca 1990. In: Narodne Novine Broj 55, S. 1156— 1159. 49 I. Bojničić Kninski, Grbovnica Kraljevine »Slavonije«. In: Viestnik Hrvatskoga ar­heološkoga Društva, Nov. Ser. Band 1, Zagreb 1895, S. 14-22 (mit voller Textedition dieser Urkunde). 142

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