ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)

Strana - 140

F. H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien. 131-147 Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. stellt. 38 Umsomehr ist höchst positiv zu bewerten, daß Kaiser Maximilian in zwei große Siegel aus der Zeit seiner im Jahre 1516 endenden burgundischen Regentschaft für seinen Enkel, den nachmaligen Kaiser Karl V., auch das Wappen des Königreiches Kroatien aufnehmen ließ. 39 Hiezu ist nämlich noch allgemein daran zu erinnern, daß das Herrschersiegel hinsichtlich sei­ner Rechtsverbindlichkeit an der Spitze des entsprechenden offiziellen Ins­trumentariums bzw. hoch über der diesbezügüchen Aussage von Schau­-Münzen stand. Die kunstvollste und üppigste Präsentation der Herrschaftsvorstellungen Maximilians stellt seine sogenannte Ehrenpforte von 1515 dar, die zur Prä­sentation bei der Doppelhzochzeit in Wien bestimmt war. Auf ihr treffen wir daher selbstverständlich auch das Wappen von Kroatien an. 40 Ebenfalls über Tirols Grenzen führt uns das nächste Denkmal, ein Wappen- und In­schriftenstein für Kaiser Maximilian I. von 1520 in der ehemaligen Domini­kanerkirche in Augsburg, wo neben vielen anderen auch die Wappen von Ungarn, Dalmatien, Kroatien und Bosnien präsent sind. 41 Während also fast alle bisher aufgezählten mit dem Wappen von Kroa- ' tien gezierten Denkmäler vor allem in Tirol angetroffen werden, bringt das Jahr 1525 endlich das erste Auftreten des kroatischen Wappens im Bereich der ungarischen Ländergruppe, wozu auch das mit Ungarn in Personalunion verbundene Kroatien gezählt wird. Konkret ist es ein in Kremnitz geprägter Schau taler König Ludwigs II. Jagiello, der am Revers rund um das Allianzwappen Ludwigs und seiner Gattin Maria von Österreich-Habsburg die Wappenschilde von Ungarn, Dal­matien, Kroatien, Bosnien, Schlesien, Mähren und Niederlausitz zeigt. 42 Noch im Jahre 1890 galt diese Münze als ältester Beleg für die Existenz des Wappens von Kroatien! 43 Nach Ludwigs Tod in der Schlacht von Mohač im Jahre 1526 gelangten die ungarischen Länder entsprechend der wechselseitigen Vereinbarungen von 1515 an das Haus Österreich-Habsburg bzw. an den nachmaligen Kaiser Ferdinand I., der überdies auch eigens vom Landtag des Königreiches Kroa­tien am 1. Jänner 1527 zum König von Kroatien erwählt worden war. Die darüber ausgestellte Urkunde - Original im Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien - ist mit sieben Siegeln bekräftigt, wobei das erste Siegel dem Prälaten­stand, die Siegel 2 bis 3 und 5 bis 7 hingegen dem kroatischen Hochadel 38 Heinz Moser und Heinz Tursky, Die Münzstätte Hall in Tirol 1477-1665. Inn­sbruck 1977, S. 40f. 39 O. Posse, a. a. O., Band 3, Dresden 1912, Tafel 7/n. 4 und 8/n. 1. 40 Eduard Chmelarz, Die Ehrenpforte des Kaisers Maximilian I. In: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des ah. Kaiserhauses Band IV, Wien 1886, S. 289-319 bzw. Faksimile-Neudruck durch den Verlag Walter Uhl, Unterschneidheim 1972. 41 Vgl. dazu Franz-Heinz Hye, Ferdinand I. (1503-1564) im Spiegel seiner heraldi­schen Denkmäler. In: Haller Münzblätter Band 5, Hall i T. 1989, S. 89-134, besonders S. 90f. 42 Katalog der Ausstellung »Matthias Corvinus« a. a. O., S. 513, Nr. 548. 43 Hugo Gerard Ströhl, Oesterreichisch-ungarische Wappenrolle. Wien 1890, S. VIII. 140

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