ARHIVSKI VJESNIK 36. (ZAGREB, 1993.)
Strana - 134
F.H. Hye, Zur Geschichte des Staatswappens von Kroatien. 131-147 Arh. vjesn., god. 36 (1993) str. ben ist dieses Wappen vom persönlichen Monogramm Maximilians, dem Kreuz des St. Georgsordens sowie von zwei Wappenschilden mit kombinierten erbländischen Wappen. 7 Für Kroatien ist dabei besonders der Schild mit den Wappen von Steiermark, Kärnten, Krain und Zilli von Interesse, dem als dominanter Mittelschild dieser sogenannten Innerösterreichischen Ländergruppe das Wappen von Kroatien aufgelegt erscheint. Beiderseits von diesen zwei zentralen Wappen ist das Gewölbe z. T. mit weiteren habsburgischen Länderwappen, z. T. mit Wappen angeheirateter Dynastien und Länder geziert. Dabei sind für die Datierung des gesamten Freskos - abgesehen von den erwähnten späteren Änderungen und Ergänzungen - besonders zwei Wappenpaare entscheidend. Es ist dies einerseits das Wappenpaar der spanischen Königreiche Galicien und Sevilla: Diese beiden Wappen stellen die allererste bildhafte Reflexion auf die im Jänner 1495 abgeschlossenen Heirats vertrage bezüglich der Kinder Maximilians und der Kinder der Katholischen Könige von Spanien dar. Da die betreffenden Hochzeiten jedoch noch nicht vollzogen, sondern sich das ganze Projekt erst in »Statu nascendi« befand, wählte man für dieses Fresko bewußt nicht die allseits bekannten Wappen der dominanten spanischen Königreiche Kastilien, Leon und Aragon, sondern einerseits das Wappen des Königreiches Galicien, dem man sich in Innsbruck als einer Station an der Pilgerstraße nach Santiago de Compostela verbunden fühlte, und andererseits das Wappen von Sevilla, dessen lateinische Bezeichnung »Hispalis« starken gesamthispanischen Symbolgehalt hatte. Eben diese Symbolsprache kam auch beim galicischen Wappen zum Ausdruck, zumal der hl. Jakobus d. Ä. der Patron der spanischen Reconquista bzw. der Patron Spaniens, und Santiago de Compostella die Hauptstadt des Königreiches Galicien war. 8 Bilden somit diese beiden Wappen für die Datierung dieses Freskos den »Terminus post quem«, so liefert das Wappenpaar Österreich und Sachsen den »Terminus ante quem«. Dieses Wappenpaar bezieht sich nämlich auf Erzherzog Sigmund den Münzreichen von Österreich-Tirol und seine zweite Gemahlin Katharina von Sachsen. Da Sigmund im Jahre 1496 verstorben und Katharina im Jahre 1497 in zweiter Ehe die Gattin Herzog Erichs von Braunschweig geworden war, konnte die Einfügung dieses Wappenpaares in dieses heraldische Programm nur vor dem Tode Sigmunds am 4. März 1496 und vor der Neuvermählung Katharinas erfolgt sein. 9 7 Franz-Heinz Hye, Die heraldischen Denkmale Maximilian I. in Tirol. In: Der Schiern Jg. 43, Bozen 1969, S. 56-77, besonders 58-61. 8 Derselbe, Spanien - Tirol - Innsbruck. Zeugen gemeinsamer Geschichte. = Veröffentlichungen des Insbrucker Stadtarchivs, Neue Folge, Band 19, Innsbruck 1992, S. 56 und Farbtafeln 4 und 5. 9 Wilhelm Baum, Sigmund der Münzreiche. = Schriftenreihe des Südtiroler Kulturinstitutes Band 14, Bozen 1987, S. 520; sowie Franz-Heinz Hye, Die heraldischen Denkmale Sigmunds des Münzreichen in Tirol und Vorder Österreich. In: Katalog der Tiroler Landesausstellung »Der Herzog und sein Taler - Erzherzog Sigmund der Münzreiche« in Hall in Tirol. Innsbruck 1986, S. 25-39. 134