ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)
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koji su se domogli vlasti, poradi njihovog nacionalnog bjesnila i težnja za samostalnošću Jugoslavena. Heute früh brachte mir ein Grenzoffizier dein letztes Schreiben sammt der Abschrift deines Mémoires. Mein Brief an dich durch Hoyos geschickt, hat dich auf das, was nun so plötzlich und vielen noch unerwartet gesehen ist, gewiss vorbereitet. Windfischgraetz] musste beseitigt werden, wenn die Revolution in Ungarn besiegt und Österreichs Bestand gesichert werden wollten. Der Schritt war schwer aus mehr als einer Rücksicht, und des Kaiser's Einsicht und Entscheidenheit hat alles beseitigt was in diesem bedenklichen Moment eine halbe Massregel gewesen wäre. Ich kann dir nur in Kürze sagen, dass ich in diesem Herrn die Zukunft und Grösse Österreichs sehe. Er wollte bereits zur Armee und persönlich die nöthigen Verfügungen treffen, er begnügte sich jedoch für jetzt mit dem was gesehen ist, und will wie die ersten guten Nachrichten von der Armee kommen, gleich selbst in ihre Mitte gehen. Die Wahl fiel auf Weiden aus mehreren Gründen, die beachtet werden mussten. Weiden benahm sich in der ganzen Sache sehr edel und gescheid. Er gab nur dem positiven Wunsch des Kaiser's und des Ministerium's nach, und fügte sich dieser schweren Aufgabe. Er wies zu wiederholten Malen auf dich hin, und nur die Versicherung, dass er auf deine volle und aufrichtige Unterstützung rechnen kann, stimmte ihn grossentheils zur Nachgiebigkeit. Mit Rücksicht auf die obwaltenden Umstände, und hauptsächtlich darauf, dass du keine Stellung in Ungarn einnehmen kannst, die selbst bei günstigen Waffenerfolg deine längere Gegenwart dort erheischen würde, bin ich mit dem was gesehen ist, ganz einverstanden. Die Zeitungsgerüchte, dass im Ministerium irgend eine Spaltung sich ergeben habe, sind vollkommen grundlos. In allen diesen Beschlüssen wie auch in der Russenfrage herrschte die vollste Einigkeit. Stadion ist wircklich krank, und ich möchte sagen, durch die angestrengte Arbeit so ergriffen, dass es wohl leicht möglich wäre, dass er sich zurückziehen wird müssen. In Italien scheint die Piemontesische Regierung es mit uns nicht ehrlich meinen, und die grosse Mässigung Radeczky's nun missbrauchen zu wollen. Wir sind darauf vorbereitet, und wäre leicht möglich, dass der Waffenstillstand von unserer Seite gekündigt wird. Von Frankreich haben wir keine Intervention zu befürchten, und es scheint, dass in Piémont, wo mit der ungfarischen] Rebellion eine enge Verbindung besteht, der glüchliche Fortgang derselben, neue Hoffnungen belebt hat. In Frankfurth gehen die Sachen darüber und darunter, ohne dass sie in uns Besorgnisse erregen. Das deutsche Professorenthum wird nicht reüssieren. Deine Memoire habe ich Weiden mitgetheilt, der es mit sehr viel Interesse gelesen, jedoch mit deinen Ansichten für den gegenwärtigen Augenblick nicht einverstanden ist. Er sagt, er wird mit dir alles mündlich besprechen, und ist es voraus überzeugt, dass er sich mit dir sehr gut verständigen wird. Sein Verhältniss zu und mit wird dir ganz anders gestellt sein, als es mit dem Fürsten der Fall war, keine Geheimnissthuerei, ein offenes, berathendes Wesen und einverständliches Handeln, werden Weiden dir gegen über leiten. Ist es dir noch nicht bekannt, so wisse, dass Werbna pensioniert, Nobüi und Rousseau andere Bestimmungen bekommen, Nugent sich in sein GeneralComando begeben muss; Benedek, Wohlgemuth, ersterer in Galicien und letzterer bei Euerer Armee verwendet werden; General Pengen und Palm kommen aus Italien nach Banat. 1 Bis 10 May wird ein Reservcorps von 20.000 Mann im Marchfeld 2 und von 12.000 Mann mit den 2 Cavallerie Regimentern die aus Italien kommen bei Pettau aufgestellt sein. Auf letzteres habe ich besonders wegen Croatien gedrungen. 2 Battaillon mit etwas Geschütz gehen aus dem Küstenlande in Eilmärschen bis nach Sissek, wo sie auf Dampf— 351 —